Kotwasser beim Pferd

Equine 74

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Du kommst in den Stall und siehst, dass dein Pferd einen nassen und verklebten Schweif hat. Auch das Fell rund um den After ist dreckig. Du stellst dir gleich eine Vielzahl an Fragen: Verträgt das Pferd sein Futter nicht? Hat es etwas im Darm? Für den wässrigen Kot gibt es einen Fachbegriff: Kotwasser. Aber was kannst du als Besitzer jetzt tun, damit der Kot deines Pferdes wieder "normal" aussieht?

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Wie sollte ein normaler Pferdeapfel aussehen?

Kot ist ein Gesundheitsparameter. Er gibt, wie beim Menschen auch,  Auskunft über den Gesundheitszustand. "Normaler" Kot beim Pferd sollte eine grünliche bis bräunliche Farbe habe und klar als Kotballen erkennbar sein. Die Konsistenz ist dabei weich aber nicht flüssig. Eine veränderte Kotkonsistenz ist ein Indiz dafür, dass mit der Verdauung deines Pferdes etwas nicht stimmt. Achte deswegen immer auf die Kotballen, die du in der Box oder dem Auslauf deines Pferdes findest. Ein regelmäßiges Absetzen von Kot ist ein Zeichen dafür, dass die Verdauung geregelt abläuft. Außerdem kann die Farbe, die Konsistenz und der Geruch auf unterschiedliche gesundheitliche Einschränkungen hinweisen. 

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Die Kotfarbe ist abhängig von der Fütterung. Während der Weidezeit kann der Kot eine eher grünliche Farbe annehmen, während er bei einer Heu-Hafer-Fütterung eher gelblich-braun ist.  

Was ist Kotwasser beim Pferd?

Anders als beim Durchfall, bei dem der Kot sehr flüssig ist, lässt sich bei Kotwasser der Kotballen klar erkennen. Vor, während oder nach dem Ausscheiden folgt allerdings ungebundenes Wasser, welches bräunlich und übelriechend ist. Am Tag können bis zum 1,5 l Kotwasser austreten. Dieses Kotwasser besteht dabei unteranderem aus Gallen- und Lymphflüssigkeit, Schleim und Speichel, die während der Verdauung nicht resorbiert wurden. Der Flüssigkeitshaushalt des Pferdes ist eigentlich so konzipiert, dass während der Verdauung Flüssigkeiten rückresorbiert werden. Das hat die Natur schlau gemacht, denn sie werden für den nächsten Verdauungsvorgang benötigt. Das System gerät allerdings ins Wanken, wenn die natürlich Balance des Flüssigkeitshaushaltes nicht mehr stimmt, z.B. wenn zu viel Magensäure produziert wird. 

Dieses Kotwasser läuft den Pferden an der Innenseite der Hinterbeine entlang, verklebt das Fell und den Schweif und fällt den Besitzern dann oftmals negativ ins Auge. Das ist natürlich optisch nicht besonders schön, hat aber gesundheitlich weitaus schwerwiegendere Folgen.

Kotwasser lässt nämlich nicht nur auf eine Verdauungsstörung schließen, sondern kann auch eine Dermatitis (Hautentzündung) zur Folge haben. Die Schenkelfalten sind besonders anfällig für Hautreizungen, sodass du als Besitzer dein Pferd möglichst täglich waschen solltest. Das ist gerade im Winter, sofern kein warmes Wasser zur Verfügung steht, nicht besonders angenehm für dein Pferd. 

Wie entsteht Kotwasser?

Im Laufe der Verdauung wird dem Nahrungsbrei im Dickdarm das Wasser entzogen. Es liegt hier entweder frei vor oder ist in oder an Futterbestandteilen gebunden. Werden Futterpartikel nicht  ausreichend gut gekaut, können sie weniger Wasser aufnehmen. Diese schlechte Wasserbindung führt zu dem Ausscheiden von Kotwasser.

Gerade während des An- und Abweidens im Frühjahr und Herbst kann Kotwasser, bedingt durch die Futterumstellung, auftreten. Die Darmmikroben müssen sich erst auf die Nahrungsumstellung einstellen, dass kann ein paar Tage dauern. Heu hat einen deutlich niedrigeren Wassergehalt als Gras, welches durch eine Mehraufnahme an Wasser über die Tränke vom Pferd kompensiert wird. Die Folge: Es gelangt mehr freies Wasser in den Darm, was wiederum zu Kotwasser führt. 

Hat dein Pferd also ein paar Tage im Jahr Kotwasser, ist dies nicht besorgniserregend. Hält der Zustand länger an, solltest du aber handeln. Da es sich bei Kotwasser um ein Symptom und keine Krankheit handelt, ist es für die Behandlung wichtig, die genaue Ursache zu finden. Das ist nicht immer einfach, da Kotwasser oftmals multifaktoriell ist. 

Lies hier unseren Symptome-Ratgeber und erfahre noch mehr über die einzelnen  Anzeichen, die auf Magengeschwüre hindeuten.

Was sind die Ursachen von Kotwasser beim Pferd?

  • Magen- und Darmbeschwerden: Kotwasser kann durch Magen- und Darmgeschwüre entstehen. Ein Angebot von ausreichend Raufutter, die Vermeidung von Fresspausen über vier Stunden und die Supplementierung von Equine 74 Gastric kann dein Pferd unterstützen. 
  • Futtermittelqualität: Ist ein ganzer Bestand von Kotwasser betroffen liegt die Ursache häufig in den Futtermitteln. Achte also akribisch auf die Qualität der Futtermittel. Sind diese mit Bakterien oder Pilzen befallen, führt dies schnell zu Fehlgärungen im Darm. 
  • Fütterungsmanagement: Nimmt dein Pferd große Mengen an Kraftfutter auf, können unverdaute Nahrungsbestandteile in den Dickdarm gelangen und dort mikrobiell fermentiert werden. Das kann die Darmflora negativ beeinflussen, da das Verhältnis von positiven und negativen Bakterien aus dem Gleichgewicht gerät. Vermeide also die Fütterung von großen Portionen, sondern teile die Kraftfutterfütterung auf mehrere, kleinere Portionen am Tag auf. 
  • Futterumstellungen: Diese sollten möglichst schleichend erfolgen. Die Darmmikroben brauchen Zeit um sich auf die neuen Futtermittel einzustellen. Schon ein anderer Heuballen kann eine Belastung darstellen und Kotwasser auslösen.   
  • Stärkereiche Fütterung: Pferde können im Dünndarm nur wenig Stärke verdauen. Gelangt Stärke dann unverdaut in den Dickdarm kann es zu erheblichen Verdauungsstörungen kommen. Der pH-Wert im Dickdarm wird abgesenkt, sodass sich Milchsäurebakterien vermehren und Laktat bilden. Laktat ist osmotisch wirksam, sprich es zieht Wasser ins Darmvolumen, wodurch Kotwasser entsteht. Die Stärkemenge im Kraftfutter sollte deswegen maximal 1 g pro kg Körpergewicht des Pferdes betragen.
  • Heu- und Silagefütterung: Besonders die Fütterung von Heulage und Silage scheinen Kotwasser zu begünstigen. Grund hierfür ist die verminderte Absorption von Wasser im Dickdarm, die auf eine geringe Zerkleinerung des Futters zurückzuführen ist. Außerdem sind, aufgrund des Siliervorganges, in Silage vermehrt sogenannte "Nicht-Eiweiß-Stickstoffe" enthalten, die für eine Anflutung von Amoniak und Harnstoff sorgen. Hiervon wird die Wasseradsorption negativ beeinflusst. 
  • Nährstoffversorgung: Eine Über- oder Unterversorgung mit Mineralien kann ebenfalls zu Kotwasser führen. Lies hier, welche Mineralien dein Pferd braucht. 
  • Vergiftung: Sie können ebenfalls Ursache für Kotwasser sein. Die Weidepflege hat oberste Priorität, denn nicht nur im Sommer kann das Pferd Giftpflanzen beim Grasen aufnehmen, sondern auch über das Heu, welches gegebenenfalls von diesen Flächen entsteht. 
  • Zahnfehlstellungen oder Zahnschmerzen: Für ausgewachsene Pferde wird ein jährlicher Zahnarzttermin empfohlen. Hat dein Pferd Fehlstellung oder Schmerzen, kann es sein, dass es sein Futter schlechter kaut und weniger einspeichelt. 
  • Herzprobleme: Hat dein Pferd ein schwaches Herz, kann sich die Darmwand verdicken, sodass die Wasseraufnahme eingeschränkt wird. Freies Wasser wird dann in Form von Kotwasser ausgeschieden. Herzschwäche ist ernst zu nehmen. Tritt Kotwasser bei deinem Pferd über einen längeren Zeitraum auf, kontaktiere einen Tierarzt, um solche Erkrankungen ausschließen zu können. 
  • Stress: Ein wichtiger Einflussfaktor ist Stress. Rangkämpfe innerhalb der Herde, ein Bewegungsdefizit oder Unter- und Überforderung im Training können nicht nur dein Pferd aus dem Gleichgewicht bringen, sondern auch die Verdauung. Kotwasser wird durch Stress begünstigt, da die Durchblutung der Darmschleimhaut sowie die Darmtätigkeit verringert wird. Hier findest du hilfreiche Informationen, wie du Stress vermeiden kannst. 
  • Medikamente: Die Gabe von Medikamenten kann die Darmflora negativ beeinflussen.
  • Hormone: Rossige Stuten und hengstige Hengst können aufgrund von hormonellen Schwankungen an Kotwasser leiden.
  • Bewegungsmangel: In der Darmwand wird Flüssigkeit gespeichert, die ungenutzt bleibt, sofern sich dein Pferd nicht ausreichend bewegt. Das ist mitunter ein Grund, warum gerade im Winter vermehrt Kotwasser zu beobachten ist. Das Bewegungsangebot ist hier meist niedriger als im Sommer.
  • Sand: Nimmt dein Pferd vermehrt Sand über sein Futter auf, z.B. da es auf einem Sandpaddock steht, kann Kotwasser aber auch eine Sandkolik zur Folge haben. 

Stehen Magengeschwüre und Kotwasser in einem Zusammenhang?

Häufig haben Pferde, die an Magengeschwüren leiden Kotwasser als Symptom. Wird zu viel Magensäure produziert, kann der Flüssigkeitshaushalt des Pferdes aus dem Gleichgewicht geraten. Wasser, welches in Folge dessen im Darm nicht absorbiert werden kann, wird als Kotwasser ausgeschieden. Außerdem kann auch die Gabe von protonenpumpenhemmenden Medikamenten zur Behandlung der Magengeschwüre eine Schädigung der Darmflora zur Folge haben. Um dieser Schädigung entgegenzuwirken, kann eine gezielte Fütterung von Probiotika sinnvoll sein. Lasse dich hier von deinem Tierarzt beraten. Zusätzlich haben Magengeschwüre und Kotwasser häufig die selben Ursachen, wie du oben bereits lesen konntest. Eine Veränderung der Haltungsbedingungen und der Fütterung kann schlussfolglich Magengeschwüren und Kotwasser vorbeugen. 

Was kann ich füttern um das Kotwasser zu reduzieren?

  • Raufutter guter Qualität: Das wichtigste Futtermittel ist Raufutter. Heu von guter Qualität (möglichst 1. Schnitt) kann Kotwasser reduzieren. Heu sollte ad libitum oder in mehreren Portionen am Tag (mindestens 1,5 kg pro 100 kg Körpergewicht) gefüttert werden. Außerdem sollte Zugang zu frischem Wasser und zu einem Salzleckstein bestehen. 
  • Lebendhefe: Das Hauptaugenmerk sollte auf der Stabilisierung der Darmflora liegen. Hierfür eignen sich beispielsweise Lebendhefe oder Bierhefe. 
  • Wasserbindende Futtermittel füttern: Hierfür eignen sind besonders Flohsamen und Trockenschnitzel.
  • Kraftfutter minimieren: Die Kraftfutterfütterungen sollten möglichst in kleinen Rationen über den Tag verteilt erfolgen. Die übermäßige Fütterung von Kraftfutter kann zu Übersäuerung und Fehlgärungen führen. Kannst du den Energiebedarf deines Pferdes mit Raufutter decken, solltest du auf Kraftfutter verzichten. 
  • Equine 74 Gastric: Die Supplementierung von Equine 74 Gastric kann dein Pferd unterstützen und Magengeschwüre und Kotwasser vorbeugen. Was Equine 74 Gastric so besonders macht, liest du hier. 

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Wie kann ich Kotwasser vorbeugen?

Grundsätzlich solltest du die Haltung, das Training und die Fütterung überdenken und gegebenenfalls verändern. 



Worauf deutet ein harter Kot beim Pferd hin?

Ist die Passage durch den Darm erschwert, setzten Pferde kleine, harte Äppel ab. Häufig ist die Gabe von großen Kraftfutterrationen oder Verstopfungen durch eine hohe Aufnahme von Stroh die Ursache dafür. Um dem entgegen zu wirken bieten sich leicht verdauliche Raufutter wie Heu (1. Schnitt) oder auch Gras oder Luzernehäcksel an. Ebenfalls haben Leinsamen (50 g/ 100 kg Körpermasse), die mit heißem Wasser aufgequellt werden oder Kleie (50 g/ 100 kg Körpermasse) eine verdauungsfördernde Wirkung. Die Strohaufnahme sollte möglichst reduziert werden. 

Wie entsteht Durchfall beim Pferd?

Abhängig von der Fütterung, des Gesundheitszustandes und dem Stresslevel des Pferdes kann die Kotkonsistenz variieren. Liegt der Wassergehalt des Kotes über 80 %, kann von einer Diarrhö, also einem Durchfall, gesprochen werden. Grund hierfür ist, die ungenügende Rückresorption von Wasser im vorderen Teil des Darms. Der Kotballen lässt sich nicht mehr erkennen, sondern ist eher Kuhfladen ähnlich. Während der Weideperiode, wenn das Gras jungt, eiweißreich und rohfaserarm ist, kannst du vermehrt Durchfälle sehen. Ähnlich sieht es bei der Fütterung von Grassilagen aus. Auslöser kann außerdem Stress, eine hormonelle Veränderung, z.B. in der Fohlenrosse oder Erschöpfung sein. Besonders Fohlen leiden häufiger an Durchfällen, die schnellstmöglich behandelt werden müssen. 

Was sind die Ursachen für Durchfall beim Pferd?

  • Stärkereiche Fütterung (max. 1 g Stärke /kg Körpergewicht und Mahlzeit)
  • Allergische Reaktionen auf Futtermittel
  • Stress
  • Parasiten, wie kleine Strongyliden und Bandwürmer
  • Bakterien, wie Salmonellen
  • Rota- und Coronaviren beim Fohlen
  • Lange Medikamentengabe 

Was sollte ich meinem Pferd füttern, wenn es Durchfall hat?

Pferde verlieren aufgrund von Durchfall eine große Menge Wasser und Elektrolyte, die es auszugleichen gilt. Pro kg Körpermasse können es bis zu 100 ml Wasser, 300 mg Natrium, 50 mg Kalium und 100 mg Chlorid sein, Das regelmäßige Tränken und die Fütterung von Elektrolyten wird empfohlen. 

Fazit zum Thema Kotwasser

Grundsätzlich ist es wichtig die Kotbeschaffenheit deines Pferdes zu kennen. Wenn du weißt, wie der "normale" Kot im gesunden Zustand aussieht, fallen dir Veränderungen schneller auf. Hat dein Pferd nur wenige Tage im Jahr Kotwasser, ist dies nicht besorgniserregend. Neigt dein Pferd aber häufiger zu Kotwasser, solltest du besonders auf eine gute Futtermittelqualität achten, Stress reduzieren und gegebenenfalls deinen Tierarzt zu Rate ziehen. Kotwasser ist ein Symptom, dem auf den Grund gegangen werden sollte.  

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