Gastroskopie beim Pferd: Wenn du eine gute Klinik suchst!
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Kaum ein Thema wird unter Pferdeleuten so hitzig diskutiert wie die Decke. Die einen decken ab zehn Grad mit 100 Gramm ein, die anderen halten Decken grundsätzlich für Tierquälerei. Dazwischen gibt es alle möglichen Meinungen. Alle Seiten haben Argumente. Meist haben sie aber auch ganz unterschiedliche Situationen vor Augen.
Bei Pferden mit sensiblem Magen wird die Diskussion fast noch engagierter geführt. Besitzer von Magenpferden neigen dazu, eher mehr als zu wenig einzudecken. Vielleicht, weil man selbst bei Magenschmerzen auch gern zu Wärmflasche oder Heizdecke greift. Studien zeigen tatsächlich keinen direkten Zusammenhang zwischen Temperatur und Magenbeschwerden beim Pferd. Im Winter kommen allerdings zahlreiche Faktoren zusammen, die unsere Pferde und gerade sensible Magenpferde negativ beeinflussen können.
In diesem Artikel schauen wir uns Studienlage und ein bisschen Praxis zum Thema Eindecken an. Mit durchaus spannenden Ergebnissen. Zum Beispiel, dass Pferde sich in einigen Situationen tatsächlich selbst für eine Decke entscheiden.
TL;DR - Pferd eindecken
Temperatur allein ist nicht aussagekräftig. Entscheidend sind Nässe und Wind, dazu Fell, Alter, Kondition und ob das Pferd aus dem Wetter herauskann. Ein wetterfester Unterstand ist einer Decke im Zweifel überlegen.
Klare Fälle für eine Decke: geschoren, alt oder dünn, bis auf die Haut nass, frisch importiert, krank, oder Dauerregen und Wind ohne Unterstand.
In der Praxis wird häufiger zu dick als zu dünn eingedeckt. Zu warm ist ebenfalls ein Problem, denn Pferde vertragen Kälte besser als Hitze.
Für den Magen gibt es keine Studie, die Kälte mit Magengeschwüren verbindet. Mit welcher Temperatur sich ein Pferd am wohlsten fühlt, ist aber individuell.
Inhalt
Pferde vertragen Kälte deutlich besser als Hitze. Das Standardwerk zur Pferdefütterung (Coenen, Vervuert 2019) nennt für ausgewachsene, an ihre Umwelt angepasste Pferde eine thermoneutrale Zone zwischen minus 15 und plus 25 Grad. Thermoneutral bedeutet, dass das Pferd in diesem Bereich seine Körpertemperatur hält, ohne dafür zusätzliche Energie aufzuwenden. Fällt die Temperatur unter minus 15 Grad, steigt der Energiebedarf je Grad um 2,5 Prozent.
Klingt erstmal nach Entwarnung. Das Pferd kann seine Temperatur doch selbst anpassen. So wird es meist auch zitiert. Vergessen wird dabei die Bedingung, die unbedingt dazugehört: an seine Umgebung angepasst und vor Wind und Nässe geschützt! Ein Pferd, das langsam an niedrige Temperaturen gewöhnt wurde, ein dichtes Haarkleid entwickelt hat, gesund ist und aus Wind und Regen herauskann, braucht erst bei minus 10 bis minus 15 Grad zusätzliche Energie.
Für Pferde ohne diesen Schutz nennt dasselbe Standardwerk andere Werte. Als Orientierung für den Mehrbedarf über den Erhaltungsbedarf hinaus nennt es für Pferde allgemein 10 Prozent bei Kälte unter 5 Grad und bis zu 20 Prozent bei der Kombination aus Kälte, Nässe und Wind.
Entscheidend: Bei trockener Kälte ohne starke Luftbewegung funktioniert die Wärmedämmung über Haut und Fell nahezu perfekt. Bei Regen und Wind nehmen die Wärmeverluste zu. An kühlen, windigen und regnerischen Herbsttagen ist deshalb schon bei eigentlich noch milden Temperaturen mit einem Mehrbedarf zu rechnen.
Kurzer Exkurs, bevor wir uns Decken anschauen. Wie funktioniert das Thermoregulationssystem des Pferdes? Es hat vier Wege, um die Wärmeabgabe zu steuern:
Wärme erzeugt das Pferd über Verdauung und Muskelarbeit. Letztere im Normalfall über Bewegung. Ist das nicht möglich oder fehlt die Energie, bleibt das Zittern. Es ist das deutlichste Zeichen dafür, dass die Isolation allein nicht mehr ausreicht.
Natürlich kommt es darauf an. Es gibt aber eindeutige Situationen: Steht das Pferd den ganzen Tag ohne Unterstand im Matsch, im Regen und Wind: Klarer Fall für Decke.
Dass auch die Pferde das so sehen, haben norwegische Forscher sie selbst gefragt. Sehr spannende Studie, mehr dazu im Kasten unten.
Ein wetterfester Unterstand ist der Decke generell überlegen. Das Pferd kann selbst entscheiden, ob und wann es ihn nutzt. Gibt es keinen oder reicht er nicht aus, weil er zu klein ist oder Wind hineinzieht oder die Gruppe dein Pferd nicht hineinlässt, muss die Decke diese Aufgabe übernehmen. Dann sollte sie wasserdicht und atmungsaktiv sein und wärmen.
Unabhängig vom Wetter brauchen einige Pferde im Winter sowieso eine Decke:
Studie: Wenn das Pferd die Decke selbst wählt
Am Norwegischen Veterinärinstitut hat ein Team um Cecilie Mejdell 2016 einen Weg gefunden, Pferde nach ihrer Meinung zu fragen. Nicht über Beobachtung, sondern direkt.
Ausführlicher Exkurs, weil die Studie wirklich spannende Ergebnisse brachte und zumindest im ersten Moment gar nicht glaubhaft klingt:
Die Pferde lernten, mit der Nase auf Symbole an einer Tafel zu tippen. Drei Zeichen standen zur Auswahl: Decke drauf, Decke runter, alles so lassen. Trainiert wurde zehn bis fünfzehn Minuten am Tag, in zehn aufeinander aufbauenden Schritten, über Belohnung. Ob ein Pferd die Zeichen verstanden hatte oder nur ein Muster abspulte, wurde zwischendurch geprüft. Dafür kam es bewusst in warme und in kalte Situationen. Es musste passend antworten. Erst wenn ein Pferd acht bis vierzehn Durchgänge hintereinander richtig lag, ging es einen Schritt weiter.
Beteiligt war eine bunte Truppe. 13 Kaltblüter, darunter norwegische Traber, Dølehest, Fjordpferde und ein Islandpferd. Dazu 10 Warmblüter, darunter sechs dänische, deutsche und schwedische Reitpferde, drei Araber oder Araber-Mixe und ein Vollblut. Zwischen 3 und 16 Jahre alt, im Schnitt knapp zehn. Alles normale Reitpferde aus Freizeit, Dressur und Springen, Fahrsport. Alle kannten Decken und während der Studie sollten die Besitzer genauso eindecken wie sonst auch. Das war von Pferd zu Pferd verschieden.
Im Schnitt am elften Tag durften die Pferde frei entscheiden. Alle 23 hatten die Aufgabe innerhalb von maximal vierzehn Tagen gelernt, kein einziges fiel durch. Warmblüter brauchten dafür weniger Trainingstage als Kaltblüter.
Dann kam der eigentliche Test, bei unterschiedlichem Wetter. Getestet wurde von Februar bis Mai und von Ende August bis Dezember. Die Pferde haben den Übergang in beide Richtungen mitgemacht, einmal aus der Kälte ins Milde und einmal zurück.
Alle Pferde, unabhängig von Rasse und Alter, wählten bei schönem Wetter die Decke ab. Bei nassem, windigem Wetter wählten alle eine Decke, auch ohne sehr niedrige Temperaturen. Der Zusammenhang war statistisch signifikant.
Für uns ist daran dreierlei interessant. Die Pferde verstanden, was ihre Wahl für sie selbst bedeutet und sie konnten es mitteilen. Dieselben Pferde wollten je nach Situation mal eine Decke und mal keine. Und das galt quer durch die Typen. Ein Araber und ein Dølehest haben ein unterschiedliches Wärmebedürfnis. Bei nassem und windigem Wetter wollten beide eine Decke.
Die Studie wollte zeigen, dass Pferde in der Lage sind, eine solche Entscheidung zu treffen. Die Ergebnisse zur Deckenwahl sind Beiwerk, nicht der Kern. Deshalb gibt es auch keine tieferen Erkenntnisse zur Deckenart. Interessant ist aber die Eindeutigkeit. Dass auch Araber und Vollblüter bei schönem Wetter im Winter lieber ohne Decke standen, andererseits aber auch die „robusten“ Pferde bei ungemütlichem Wetter lieber eine Decke anzogen.
Mejdell CM, Buvik T, Jørgensen GHM, Bøe KE (2016): Horses can learn to use symbols to communicate their preferences. Applied Animal Behaviour Science 184:66-73.
Ein gesundes Pferd mit eigenem Winterfell, das sich frei bewegen und aus Wind und Regen herauskann, braucht bei trockener Kälte in aller Regel keine Decke. Im Unterstandsversuch standen die Pferde an solchen Tagen freiwillig draußen. Im Symbolversuch wählten sie bei schönem Wetter keine Decke bzw. wollten ihre Decke ausgezogen haben.
Decken verhindern das Winterfell zwar nicht, aber sie machen es kürzer und dünner (DeBoer et al. 2023). Soll das Pferd grundsätzlich Winterfell bekommen und nicht zum Beispiel geschoren werden, ist zu frühes oder unpassendes Eindecken kontraproduktiv.
Thermometer in der Decke mit Echtzeit-Updates sind nicht notwendig. Am einfachsten prüfst du mit der Hand: Am Widerrist unter die Decke fassen. Ist das Pferd dort verschwitzt, ist die Decke zu dick. Ist der Rücken kalt, darf es etwas wärmer sein.
In der Praxis wird viel häufiger zu früh und zu dick eingedeckt als zu wenig. In einer australischen Befragung zu 2.659 Pferden trugen 21,4 Prozent noch bei über 20 Grad eine Decke. Gleichzeitig hielten 89 Prozent der Befragten Over-Rugging, also zu viel Eindecken, für ein Problem. Rund zwei Drittel waren sich unsicher, ob ihr Pferd überhaupt eine braucht (Cox et al. 2023).
In (fast) jedem Pensionsstall lässt sich ab Spätsommer und im Frühjahr das gleiche beobachten. Zahlreiche Pferde stehen selbst bei Sonnenschein und milden Temperaturen dick eingepackt da.
Pferde können durchaus überhitzen. Auch dazu gibt es Studien, zum Beispiel diese von 2012: Ungeschorene Pferde, die bei Frost gearbeitet hatten, überhitzten anschließend, erkennbar an erhöhter Atemfrequenz und erhöhter Rektaltemperatur. Geschorene Pferde nicht (Wallsten et al. 2012).
Wie warm es unter einer Decke wird, ist ebenfalls gemessen worden. In einer britischen Pilotstudie trugen zwölf Pferde 24 Stunden lang einen Temperaturlogger. Als die Außentemperatur auf gut 4 Grad fiel, lagen vier eingedeckte Pferde bei einer Oberflächentemperatur (auf der Haut) von 24 bis 30 Grad. Die beiden Pferde ohne Decke lagen bei 12,5 bis 18,5 Grad. Am stärksten wirkten Fleece- und leichte Steppdecken (Hodgess et al. 2018). Dass es dabei auf das Füllgewicht ankommt, zeigt eine amerikanische Messung: mehr Gramm bedeutet eine höhere Hauttemperatur darunter (Hammer & Gunkelman 2020).
Das passt zu dem, was das Standardwerk zur Pferdefütterung über Wärme sagt. Die Toleranz gegenüber Kälte ist weitaus größer als gegenüber Hitze. Besonders belastend ist die Kombination aus hoher Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit. Über 25 Grad rechnet es mit einem Mehrbedarf von 10 Prozent über dem Erhaltungsbedarf, genauso wie unter 5 Grad.
Unter einer zu dicken Decke entsteht genau diese Kombination im Kleinen. Das Pferd schwitzt, die Feuchtigkeit bleibt im Fell. Sobald es ruhig steht, kühlt es stärker aus als ohne Decke.
Pferde in Gruppenhaltung bewegen sich zeitweise viel. Bei Kälte rennen und spielen sie. Das Standardwerk rechnet für eine Herde auf der Weide mit einem Zuschlag von bis zu 50 Prozent zum Erhaltungsbedarf, allein durch die Bewegung. Diese Pferde erzeugen also selbst Wärme, stoßweise.
Pferdedecken müssen entsprechend viele Ansprüche erfüllen: Sie sollen warm sein, wenn das Pferd nur herumsteht oder schläft, wasserdicht, wenn es regnet. Aber auch sehr atmungsaktiv, damit überschüssige Hitze und Feuchtigkeit nach außen abgegeben werden, wenn das Pferd rennt und spielt. Und nebenbei sollen sie auch noch reißfest sein, nicht scheuern und das Pferd nicht einengen.
Die wichtigsten Punkte sind atmungsaktiv und wasserdicht. Lieber eine etwas zu dünne Decke, die beide Punkte erfüllt, als eine dicke, die durchregnet oder andersherum den Schweiß nicht abtransportiert. Sonst steht da ein nasses Pferd im Winter, das anschließend auskühlt.
Die Forschung gibt dazu wenig her. Temperatur konnte bisher nicht als Risikofaktor für Magenprobleme nachgewiesen werden.
Eine dänische Untersuchung an aufgestallten Pferden fand als Risikotreiber für Magengeschwüre: Stroh als einziges Raufutter, hohe Stärkegaben, fehlendes Wasser im Auslauf und Fütterungspausen über sechs Stunden (Luthersson et al. 2009).
Beim Magen gibt es zur Temperatur also keine Untersuchung. Bei Kolik schon, aber in die andere Richtung. Die größte Arbeit dazu kommt aus den USA, 3.108 Behandlungsfälle über zwölf Jahre, abgeglichen mit Wetterdaten. Ein Zusammenhang mit dem Luftdruck fand sich nicht (Cianci et al. 2021). Eine britische Praxisstudie fand keinen Zusammenhang mit Monatstemperatur, Temperaturänderung oder Niederschlag (Proudman 1992).
Gut belegt ist dagegen die Jahreszeit. Dickdarmverstopfungen häufen sich im Winter, in einer britischen Erhebung aus der Erstversorgung fielen 42,1 Prozent dieser Koliken in diese Monate. Bei 59 Prozent dieser Pferde hatte es kurz zuvor eine Änderung im Management gegeben (Jennings et al. 2014). Die Autoren der Saisonstudien erklären die Häufung übereinstimmend mit Haltungs- und Fütterungswechseln, nicht mit dem Wetter.
Mehr dazu unter: Kolik im Herbst und Fütterung von Pferden mit Magengeschwüren.
Zu Kälte und Verspannungen beim Pferd gibt es keine Studie. Zu Kälte und Magen ebenso wenig.
Halter magenempfindlicher Pferde berichten uns trotzdem regelmäßig: Diese Pferde brauchen oft mehr Wärme als andere. Sie verspannen bei Kälte. Mit der Verspannung kommen die Magenprobleme zurück oder verschlimmern sich.
Auch ohne die genauen Auslöser zu kennen, ist das ein Punkt, der sich gut managen lässt. Aufmerksam beobachten, bei welcher Temperatur und mit welcher Decke sich dein Pferd am wohlsten fühlt. Das kann bei stürmischem Herbstwetter sogar eine wärmere sein als bei Frost und Sonne.
Jedes Pferd ist individuell. Jedes Magenpferd erst recht.
Das hat mit dem Magen erstmal nichts zu tun, aber viel mit Hygiene und Langlebigkeit. Anhaltende Nässe auf der Haut begünstigt Hauterkrankungen, unter anderem die Regenräude durch Dermatophilus congolensis (Faccin et al. 2023). Eine Decke, die nicht mehr dicht ist und nicht mehr atmet, sorgt für genau diese Bedingungen.
Außerdem: Schmutz, Fett und Haare in der Decke gehen zu Lasten der Atmungsaktivität. Die Imprägnierung lässt mit jedem Waschgang und jedem Regentag nach. Winterdecken gehören deshalb spätestens am Saisonende in die professionelle Reinigung, mit Imprägnierung. In der normalen Waschmaschine geht meist beides schief. Die Decke wird nicht sauber. Die Beschichtung nimmt Schaden. Gute Winterdecken sind teuer, da ist es besonders ärgerlich, jedes Jahr neue kaufen zu müssen, weil die alten nicht mehr dicht halten.
Die Grammzahl gibt die Füllung an, in der Regel von 0 bis 400 Gramm. Die Denier-Zahl steht für die Reißfestigkeit des Außenstoffs, je höher desto stabiler. Für draußen ohne Unterstand ist die Wasserdichtigkeit wichtiger als die Füllung.
Bei der Passform wird vom Widerrist bis zur Schweifrübe gemessen. Zu klein scheuert. Zu groß birgt die Gefahr, dass das Pferd in die Bauchgurte tritt. Nicht jede Deckenmarke passt zu jedem Pferd. Besonders günstige Decken haben in der Praxis leider oft keinen guten Schnitt und rutschen oder scheuern. Bei geschorenen Pferden oder solchen mit wenig Winterfell: Den Hals nicht vergessen! Decken mit Halsteil sind für diese Pferde absolut notwendig.
Erste Frage: spricht die Situation überhaupt für eine Decke?
| Lage | Einschätzung |
|---|---|
| Winterfell, Unterstand oder Box, Bewegung möglich, trockene Kälte | in der Regel keine Decke |
| Kein Unterstand, Dauerregen und Wind, kleiner Paddock | ja, wasserdicht |
| Geschoren | ja |
| Alt oder dünn, wenig Unterhautfett | ja, sobald es nass und kalt wird |
| Bis auf die Haut nass | ja, bis das Fell wieder trocken ist |
| Erster Winter nach dem Import aus wärmerem Klima | ja, in der ersten Zeit |
| Krank oder in der Erholung | ja |
Zweite Frage: wie dick?
Die stellt sich erst, wenn die erste mit Ja beantwortet ist. Als grobe Orientierung:
Ungeschoren: ab etwa 5 Grad eine Regendecke bei Dauerregen, um 0 Grad 50 bis 100 Gramm Füllung.
Geschoren, Vollschur: ab etwa 10 Grad eine Regendecke, wahlweise mit Fleecefüllung. Ab etwa 5 Grad 100 bis 150 Gramm, um minus 1 Grad 200 bis 300 Gramm, ab minus 7 Grad mehr als 300 Gramm.
Diese Werte sind Anhaltspunkte aus der Praxis. Jedes Pferd ist anders, Umstände und Haltungsbedingungen sowieso, aber auch jeder Winter ist wieder anders. Ein dünnes älteres Pferd ohne Unterstand braucht etwas anderes als ein kräftiges Warmblut mit Weidehütte.
Autio, E., Neste, R., Airaksinen, S., & Heiskanen, M. L. (2006). Measuring the heat loss in horses in different seasons by infrared thermography. Journal of Applied Animal Welfare Science, 9(3), 211–221. https://doi.org/10.1207/s15327604jaws0903_3
Cianci, J., Boyle, A. G., Stefanovski, D., & Biddle, A. S. (2021). Lack of association between barometric pressure and incidence of colic in equine academic ambulatory practice. Journal of Equine Veterinary Science, 97, 103342. https://doi.org/10.1016/j.jevs.2020.103342
Coenen, M., & Vervuert, I. (Hrsg.) (2019). Pferdefütterung (6. Aufl.). Stuttgart: Thieme. Kapitel Energie- und Nährstoffbedarf, Praxiskasten Klima sowie Tabelle 4.5.
Cox, E. G., Bell, R. J. W., Greer, R. M., & Jeffcott, L. B. (2023). A survey on the use of rugs in Australian horses. Australian Veterinary Journal, 101(1–2), 9–26. https://doi.org/10.1111/avj.13219
DeBoer, M., Konop, A., & Fisher, B. (2023). Changes in hair coat length and diameter in blanketed and nonblanketed adult horses in the winter. Journal of Equine Veterinary Science, 120, 104191. https://doi.org/10.1016/j.jevs.2022.104191
Faccin, M., Wiener, D. J., Rech, R. R., Santoro, D., & Rodrigues Hoffmann, A. (2023). Common superficial and deep cutaneous bacterial infections in domestic animals: A review. Veterinary Pathology, 60(6), 796–811. https://doi.org/10.1177/03009858231176558
Hammer, C., & Gunkelman, M. (2020). Effect of different blanket weights on surface temperature of horses in cold climates. Journal of Equine Veterinary Science, 85, 102848. https://doi.org/10.1016/j.jevs.2019.102848
Hodgess, K., Horseman, S., & Walker, A. M. (2018). To rug or not to rug? Pilotstudie, vorgestellt auf der 14. Konferenz der International Society for Equitation Science, Rom, September 2018. Duchy College, Stoke Climsland, UK. Konferenzbeitrag, nicht in einer Fachzeitschrift erschienen.
Jennings, K., Curtis, L., Burford, J., & Freeman, S. (2014). Prospective survey of veterinary practitioners’ primary assessment of equine colic: clinical features, diagnoses, and treatment of 120 cases of large colon impaction. BMC Veterinary Research, 10(Suppl 1), S2. https://doi.org/10.1186/1746-6148-10-S1-S2
Jørgensen, G. H. M., Aanensen, L., Mejdell, C. M., & Bøe, K. E. (2016). Preference for shelter and additional heat in horses exposed to Nordic winter conditions. Equine Veterinary Journal, 48(6), 720–726. https://doi.org/10.1111/evj.12522
Luthersson, N., Nielsen, K. H., Harris, P., & Parkin, T. D. H. (2009). Risk factors associated with equine gastric ulceration syndrome (EGUS) in 201 horses in Denmark. Equine Veterinary Journal, 41(7), 625–630. https://doi.org/10.2746/042516409X441929
Meisfjord Jørgensen, G. H., Mejdell, C. M., & Bøe, K. E. (2020). Effects of hair coat characteristics on radiant surface temperature in horses. Journal of Thermal Biology, 87, 102474. https://doi.org/10.1016/j.jtherbio.2019.102474
Mejdell, C. M., Buvik, T., Jørgensen, G. H. M., & Bøe, K. E. (2016). Horses can learn to use symbols to communicate their preferences. Applied Animal Behaviour Science, 184, 66–73. https://doi.org/10.1016/j.applanim.2016.07.014
Proudman, C. J. (1992). A two year, prospective survey of equine colic in general practice. Equine Veterinary Journal, 24(2), 90–93. https://doi.org/10.1111/j.2042-3306.1992.tb02789.x
Wallsten, H., Olsson, K., & Dahlborn, K. (2012). Temperature regulation in horses during exercise and recovery in a cool environment. Acta Veterinaria Scandinavica, 54, 42. https://doi.org/10.1186/1751-0147-54-42
Ab wann sollte ich mein Pferd eindecken?
Es gibt keine feste Temperatur dafür. Entscheidend sind u.a. Nässe und Wind, dazu Fell, Alter und ob das Pferd sich vor dem Wetter schützen kann. Bei trockener Kälte braucht ein gesundes Pferd mit Winterfell und Unterstand in aller Regel keine Decke. Bei Dauerregen und Wind ohne Unterstand schon.
Welche Pferde brauchen auf jeden Fall eine Decke?
Geschorene Pferde, alte oder dünne Pferde mit wenig Unterhautfettgewebe, Pferde, die bis auf die Haut nass sind, frisch importierte Pferde in der ersten Zeit, kranke Pferde und Pferde in der Erholung. Dazu alle, die bei Dauerregen und Wind keinen Unterstand haben.
Wie dick soll die Decke sein?
Für ungeschorene Pferde: ab etwa 5 Grad eine Regendecke bei Dauerregen, um 0 Grad 50 bis 100 Gramm Füllung. Bei Vollschur ab etwa 10 Grad eine Regendecke, ab 5 Grad 100 bis 150 Gramm, um minus 1 Grad 200 bis 300 Gramm, ab minus 7 Grad mehr als 300 Gramm. Wichtiger als die Grammzahl sind wasserdicht und atmungsaktiv.
Braucht ein Pferd mit Magengeschwüren eine dickere Decke?
Dafür gibt es keinen Beleg. Keine Studie verbindet Kälte mit der Magenschleimhaut. Pferdehalter berichten uns trotzdem, dass magenempfindliche Pferde bei Kälte verspannen und Wärme bevorzugen. Jedes Pferd ist individuell.
Verhindert eine Decke das Winterfell?
Nein, aber das Winterfell wird kürzer und dünner. Wenn dein Pferd Winterfell bekommen soll, ist frühes oder zu warmes Eindecken nicht hilfreich.
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