Die Aminosäure Tryptophan ist eine Vorstufe des sogenannten Glückshormons Serotonin, welches als Neurotransmitter für die Stimmungslage und das Befinden des Pferdes fungiert, und somit der Gegenspieler zum Stresshormon Adrenalin.

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Tryptophan bzw. L-Tryptophan gehört zu den essentiellen Aminosäuren, d.h. sie kann vom Pferd nicht selbst hergestellt und muss daher täglich über das Futter aufgenommen werden.

Tryptophan beeinflusst den Gemütszustand des Pferdes

Im Stoffwechsel des Zentralnervensystems wird Tryptophan zu Serotonin umgewandelt. Dieses wirkt als Regulator bei der Reizübertragung im zentralen Nervensystem und ist ganz wesentlich für das Wohlbefinden und den Gemütszustand des Pferdes verantwortlich.

Ein Tryptophan- und infolge dessen ein Serotoninmangel können Schreckhaftigkeit, Anspannung und Unkonzentriertheit hervorrufen – alles Auslöser für Stress und folglich Magenprobleme, wie Magenschleimhautreizungen und Magengeschwüre.

Gestresste Pferde haben durch einen erhöhten Adrenalinspiegel einen erhöhten Bedarf an Tryptophan. Ein erhöhter Adrenalinspiegel wiederum verhindert eine geordnete Hirnfunktion. Das bedeutet, wenn das Pferd Stress hat, ist das Gehirn nicht im Stande, zu lernen oder Erfahrungen positiv zu verarbeiten. Dieser Zustand kann innerlich oder äußerlich sein, das heißt, nicht immer ist der Stress für uns direkt erkennbar. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, seinem (möglicherweise) gestressten Pferd, Tryptophan zu supplementieren und ihm somit im wahrsten Sinne des Wortes, Glücksgefühle zu verleihen.

B- Vitamine sind essentiell für die Tryptophansynthese

Auch Pferde mit Erkrankungen des Magen-Darmtraktes können aufgrund einer schlechteren Nährstoffabsorption aus dem Darm einen Tryptophanmangel haben, was folglich zu einem gesteigerten Bedarf an Tryptophan führt.  B- Vitamine sind neben Magnesium ein unentbehrlicher Helfer, wenn es um die Umwandlung von Tryptophan zu Serotonin geht. Sind B- Vitamine und Magnesium also im Mangel, wird nicht genügend Serotonin gebildet, obwohl ausreichend Tryptophan vorhanden sein kann. Ein Blutbild kann Aufschluss darüber geben, ob Magnesium oder ein Vitamin B- Komplex zugefüttert werden sollte.

Tryptophan ist beispielsweise in Kraftfutter wie Hafer, Gerste und Mais enthalten. Am meisten Tryptophan nimmt das Pferd aber auf natürlichem Wege über Gras und Heu (0,5 g/kg) auf. Grasen auf der Weide und eine heuintensive Fütterung erhöhen also die Tryptophanversorgung und das erklärt unter anderem auch die Beobachtung, dass diese Pferde deutlich gelassener sind.

Stresssituationen können zu einem kurzzeitigen Mangel führen, den man mit tryptophanhaltigen Zusatzfuttermitteln auffangen kann. Da Pferde Gewohnheitstiere sind, hilft es ihnen, die für sie ungewohnten, stressigen Situationen wie z.B. das Verladen, positiv wahrzunehmen und einen Lerneffekt daraus mitzunehmen. Aus diesem Grund kann es möglicherweise Sinn machen, ein magenempfindliches Pferd zur Vorbereitung auf den ersten Turnierstart mit Tryptophan beim Training, Anhängertraining etc. zu unterstützen, um dadurch eine zunehmende Routine zu unterstützen. So vermeidet man im Vorfeld Stress bzw. versucht, ihn so gering wie möglich zu halten, damit einem erfolgreichen Turnierstart nichts mehr im Wege steht.

Allerdings ist bei der Gabe von Tryptophan Vorsicht geboten, denn tryptophanhaltige Produkte haben nach den ADM-Regeln der FN meist eine Karenzzeit von 48 Stunden, nach dem internationalen Regelwerk der FEI jedoch keine. Es ist also sinnvoll, mit dem jeweiligen Futtermittelhersteller in Kontakt zu treten und sich beraten lassen. Equine 74 Gastric enthält kein Tryptophan!

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