Pferde im Fellwechsel unterstützen: Diese Futtermittel sind ideal!
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Die Weidesaison geht zu Ende, die Tage werden kürzer und in vielen Ställen stehen die Pferde wieder mehr in der Box. Für viele Pferdehalter beginnt damit auch die Zeit, in der sie beim Blick auf die Wetter-App an Kolik denken. Die Erfahrung, dass Koliken im Herbst häufiger vorkommen, teilen viele Stallbetreiber und Tierärzte.
Die Forschung sieht die Ursachen allerdings nicht direkt beim Wetter, sondern vor allem im Stall: Im Herbst ändern sich zahlreiche Faktoren in Haltung, Fütterung und Bewegung gleichzeitig. Für den Routinier Pferd und dessen Verdauungssystem ist das eine Herausforderung.
TL;DR - Kolik im Herbst
Dass Wetterumschwung oder Luftdruck Koliken auslöst, ist nicht belegt. Die größte Studie zum Luftdruck fand keinen Zusammenhang.
Belegt ist, dass Koliken sich zu bestimmten Jahreszeiten häufen, im Frühjahr und im Herbst, Verstopfungen des Dickdarms über Herbst und Winter.
Die Forschung erklärt das mit den Veränderungen im Herbst: mehr Boxenzeit, weniger Bewegung, neues Heu, weniger Wasser, dazu mehr Stroh und Sand auf abgefressenen Weiden.
Inhalt
Die meisten Pferdehalter und Tierärzte können wohl bestätigen, dass bei Wetterumschwüngen mehr Koliken auftreten. Erfahrene Tierärzte bereiten sich bei solchen Wetterlagen gleich auf den Notdienst vor. Als Begründung werden der Luftdruck, plötzliche Temperaturstürze oder auch Kreislaufprobleme genannt. Wissenschaftlich belegt sind sie aber nicht.
Die bisher größte Untersuchung zum Luftdruck stammt aus den USA. Ein Team der University of Pennsylvania hat über 3.000 Behandlungsfälle aus zwölf Jahren mit den jeweiligen Wetterdaten abgeglichen und konnte keinen Zusammenhang zwischen Luftdruck und Kolik feststellen (Cianci et al. 2021).
Auch eine, zugegeben etwas ältere, britische Studie aus der tierärztlichen Praxis fand keine Verbindung zwischen Kolikhäufigkeit und Außentemperatur, Temperaturwechsel oder Regen (Proudman 1992).
Das deutsche Standardwerk zur Pferdefütterung nennt Witterungseinflüsse nur als seltenen, begünstigenden Faktor für Koliken. Als Hauptursache gelten laut Coenen und Vervuert Fehler in der Fütterung (Coenen und Vervuert 2019).
Diese Einschätzung teilen auch Praktiker. Nicole Verhaar, Fachtierärztin für Pferdechirurgie an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, sagte dazu in einem Interview mit dem Österreichischen Tierärzteverlag: „Obwohl wir auch den Eindruck haben, dass wir bei Wetterwechseln mehr Pferde mit Kolik überwiesen bekommen, konnte ein Einfluss des Wetters bisher in Studien nicht belegt werden.“ Als auslösende Faktoren nennt sie Futterwechsel, schlechte Heuqualität, Boxenruhe, Stress, Parasiten und zu geringe Wasseraufnahme (Nagl 2022).
Koliken häufen sich also durchaus im Herbst, das ist tatsächlich belegt (siehe unten). Die Ursachen sind aber andere. Wetter ist eher ein indirekter Einfluss, der zahlreiche Faktoren für das Pferd verändert.
Der Alltag des Pferdes ist im Herbst ein anderer: Es kommt später raus, häufig auch kürzer oder bleibt ganz drinnen. Wobei letzteres zum Glück mittlerweile eher der Ausnahmefall ist.
Trotzdem: Viele Paddocks sind zu matschig oder auch schlichtweg zu klein zum Toben, das Heu kommt aus dem neuen Schnitt, das Trinkwasser ist kalt. Diese Veränderungen sind es, die in Studien mit einem höheren Kolikrisiko verbunden sind. Eigentlich eine gute Nachricht, denn das Wetter können wir nicht ändern, die genannten Faktoren aber schon.
Dass Koliken zu bestimmten Jahreszeiten gehäuft auftreten, ist gut belegt. In britischen Klinikdaten aus zehn Jahren zeigten sich kleine Spitzen im März und April sowie im Oktober und November. Verlagerungen und Drehungen des Dickdarms häuften sich im Frühjahr und im Herbst, Verstopfungen des Dickdarms über Herbst und Winter (Archer et al. 2006).
Die Autoren erklären das Muster damit, dass in diesen Monaten Weidegang, Aufstallung und Bewegung umgestellt werden. Ein Überblick über 58 Studien kommt zu dem Ergebnis, dass Futterwechsel und Wechsel der Unterbringung zu den am besten belegten Risikofaktoren im Alltag gehören (Curtis et al. 2019). Im Herbst kommt häufig beides zusammen.
Im Herbst verbringen viele Pferde mehr Stunden in der Box mit weniger Bewegung. Das hat direkte Auswirkungen auf die Darmbewegung. Untersuchungen per Ultraschall zeigen, dass sich der Dickdarm bei Boxenhaltung deutlich weniger bewegt als auf der Weide. Eine kleine Studie hat den Wechsel von der Weide in die Box direkt begleitet. Der Kot wurde trockener, die Kotmenge sank und die Darmbewegung ging in den ersten Tagen zurück.
In einer britischen Studie stieg mit den Boxenstunden das Risiko für Verstopfungs- und Aufgasungskoliken, am deutlichsten bei Pferden, die rund um die Uhr in der Box standen.
Dabei ist Boxenhaltung natürlich nicht gleich Boxenhaltung. Kaum ein Pferd verbringt heutzutage 24 Stunden in seiner Box (Krankheit ausgenommen), zum Glück. Aber von stundenweise Einzel-Paddock plus Führanlage und Training bis zu 12 Stunden Gruppenpaddock und Paddockbox plus Training sind die Konzepte sehr unterschiedlich. Bei jeder Studie muss deshalb genau hingesehen werden, was eigentlich getestet wurde.
In der britischen Fall-Kontroll-Studie (Hillyer et al. 2002) wurden die Boxenstunden der letzten vier Wochen erfasst.
Pferde mit 13 bis 18 Stunden Box am Tag hatten ein rund fünffach höheres Kolikrisiko als Pferde mit höchstens sechs Stunden, Pferde mit 19 bis 24 Stunden ein rund siebenfach höheres. Zwischen sieben und zwölf Stunden war der Unterschied dagegen nicht abgesichert.
Rechnet man die übrigen Einflüsse heraus, bleibt ein Anstieg von etwa 16 bis 26 Prozent je zusätzlicher Stunde in der Box. Umgekehrt war regelmäßiger Weidegang, mindestens dreimal die Woche, mit einem niedrigeren Risiko verbunden.
In den beiden Ultraschall-Studien zur Darmbewegung (Williams et al. 2011 und 2015) wurden dagegen eher extreme Gegensätze geprüft. Die Pferde kamen von 24 Stunden Weide in die Einzelbox, mit 60 bis 90 Minuten kontrollierter Bewegung am Tag. Heu bekamen sie reichlich, rund 15 kg am Tag in zwei Netzen, dazu Kraftfutter in zwei Mahlzeiten. Freien Auslauf hatten sie nicht. Die Autoren schreiben selbst, dass noch offen ist, welcher Teil davon den Ausschlag gibt.
Entscheidend ist deshalb weniger der Kalendertag der Aufstallung als das Tempo und die Art der Veränderungen. Je drastischer die Veränderung, desto mehr Zeit braucht es und desto langsamer sollte sie „eingeschlichen“ werden:
Mit dem Ende der Weide ändert sich das Futter. Aus frischem Gras wird Heu, normalerweise aus dem neuen Schnitt vom aktuellen Jahr. Jeder Futterwechsel ist mit Risiken verbunden, selbst der Wechsel von einer Heusorte oder einer Heucharge (andere Wiese, anderer Schnitt) auf eine andere. In einer US-Studie auf 31 Höfen waren mehr als ein Heuwechsel pro Jahr und Änderungen beim Kraftfutter mit mehr Koliken verbunden (Tinker et al. 1997).
Im Pensionsstall hast du darauf wenig Einfluss. Du bemerkst meist gar nicht, ob das Heu wechselt. Idealerweise kommt das Heu für den Winter aus einer Charge mit ähnlichen Eigenschaften oder zumindest nur aus wenigen. Dann kann der Stallbetreiber ein paar Tage mischen, wenn die Charge wechselt. Gute Stallbetreiber machen das ohnehin. Schwierig wird es, wenn ständig unterschiedliches Heu eingekauft wird. Auch ein Problem von privaten Pferdehaltern oder kleinen Stallgemeinschaften, die wenig Platz haben und jeweils nur ein paar Ballen einkaufen. Dann wechselt das Heu mit Pech alle paar Wochen. Was du selbst in der Hand hast, ist das Nachfragen und das Tempo:
Praxistipp, wenn dein Pferd Probleme mit häufigeren Futterwechseln hat: Füttere Heucobs in sehr guter, gleichbleibender Qualität dazu. So hast du wenigstens eine stabile Raufutter-Komponente, die sich nicht ständig ändert. Schlechtes Heu kannst du damit nicht auffangen, aber kleinere Unterschiede zwischen Chargen häufig schon. Eingeweicht bringen sie zusätzlich Wasser mit.
Wenn Heu knapp oder die Ration früh aufgefressen ist, gehen viele Pferde an die Einstreu. Grundsätzlich eine gute Idee und ein Grund, warum Stroh so eine hervorragende Einstreu ist. Gutes Futterstroh ist durchaus eine Bereicherung für den Speiseplan. Es ist aber auch schwerer verdaulich als Heu und sollte nur in geringeren Mengen gefressen werden. Das Standardwerk zur Pferdefütterung empfiehlt, Stroh nie als einziges Raufutter einzusetzen und auf höchstens 1 kg pro 100 kg Körpergewicht am Tag zu begrenzen (Coenen und Vervuert 2019).
Für ein 600-kg-Pferd sind das 6 kg, was schon ziemlich viel ist und als absolute Obergrenze angenommen werden sollte. Eine unkontrollierte Strohaufnahme, vor allem in Kombination mit zu wenig Wasser, kann zu Verstopfungen im Dickdarm führen. Genug Heu verhindert das in den meisten Fällen.
Aber auch Pferde mögen Abwechslung und einige fressen gern Stroh, vor allem Weizen- oder gar Haferstroh. Letzteres ist toll als Futter, für die Einstreu bleibt dann oft nichts mehr übrig. Bei Pferden, die alles wegfressen, was im Stall liegt, ist eine andere Einstreu die einfachere Lösung: Flachs, Späne oder Strohpellets. Strohpellets werden normalerweise nicht gefressen, sollte dein Pferd es doch tun, ist eine andere Einstreu gefragt, sonst besteht auch hier wieder das Risiko auf Verstopfung.
Für den Magen ist Stroh ebenfalls ein Thema. Das Konsenspapier der europäischen Pferdeinternisten nennt es ausdrücklich: Bekommt ein Pferd ausschließlich Stroh als Raufutter, steigt das Risiko für deutliche Magengeschwüre (Sykes et al. 2015, gestützt auf Luthersson et al. 2009). Als Teil der Ration neben genügend Heu ist Stroh dagegen unproblematisch.
Zur Heumenge kursieren unterschiedliche Zahlen bzw. Angaben. Diese drei solltest du auf jeden Fall kennen:
Wer mit der Untergrenze füttert, füttert also knapp. Wenn dein Pferd zu dick ist, streck die Menge lieber über engmaschige Netze und mehrere Portionen, statt sie weiter zu kürzen
Gras besteht zu großen Teilen aus Wasser, Heu dagegen zu rund 86 Prozent aus Trockensubstanz. Mit der Umstellung fällt also eine Wasserquelle weg. Gleichzeitig trinken viele Pferde bei Kälte weniger. Bei Shetlandponys in ganzjähriger Außenhaltung sank die Wasseraufnahme im Winter deutlich (Brinkmann et al. 2013). Zusammen mit trockenem Heu und viel Stroh ist die reduzierte Wasseraufnahme die Kombination, aus der im Winter viele Verstopfungskoliken entstehen.
Das heißt nicht, dass Pferde im Stall automatisch weniger trinken. In der Umstellungsstudie (Williams et al. 2015) stieg die Trinkmenge nach dem Aufstallen sogar deutlich, weil das Wasser aus dem Gras fehlte und die Pferde es über die Tränke holten. Kritisch wird es dort, wo das Wasser eiskalt ist, die Tränke klemmt oder der Eimer über Nacht zufriert.
Wie wichtig der ständige Zugang zu Wasser ist, zeigt sich auch am Magen: Pferde, die auf dem Paddock kein Wasser zur Verfügung hatten, hatten in einer dänischen Untersuchung ein zweieinhalbfach höheres Risiko für deutliche Magengeschwüre (Luthersson et al. 2009, zitiert im Konsenspapier von Sykes et al. 2015).
Praktisch geht es um vier Dinge: Funktion, Temperatur, Salz und nasses Futter:
Zur Orientierung: Ohne besondere Belastung nimmt ein Pferd im Durchschnitt etwa 40 ml Wasser pro kg Körpergewicht am Tag auf, bei 600 kg also rund 25 Liter. Bei Hitze, Arbeit, viel Heu oder einer säugenden Stute wird deutlich mehr daraus, im Hochsommer aus unserer Erfahrung auch mal 80 Liter.
Das Trinkverhalten ist von Pferd zu Pferd sehr individuell und tagesform- und wetterabhängig. Bei Selbsttränken ist es ohnehin schwer zu sehen, wie viel dein Pferd trinkt. Wenn du über einen längeren Zeitraum aus dem Eimer tränkst, wirst du selbst bei dem gleichen Pferd deutliche Unterschiede sehen. Gefrorene Wasserbottiche auf dem Paddock können ein Problem werden. Einige Pferde brechen einfach die Eisschicht auf, andere trinken nicht mehr.
Wenn die Weiden abgefressen sind, rupfen Pferde das letzte Gras dicht über dem Boden und nehmen dabei Sand und Erde auf. An der Tierärztlichen Hochschule Hannover kommt die Sandkolik im Herbst und Winter regelmäßig vor, im Frühjahr sind es eher Aufgasungskoliken (Nagl 2022). Gefährlich wird es vor allem dort, wo Heu direkt auf sandigem Boden liegt.
Unter Eichen liegt im Herbst ein weiteres Risiko. In einer britischen Fallstudie aus zwei Kliniken (Smith et al. 2015) erkrankten neun Pferde, die Eicheln gefressen hatten, an schwerem Durchfall oder Kolik, bei einigen waren die Nieren geschädigt. Sechs der neun Pferde starben oder mussten eingeschläfert werden. Die Autoren betonen aber auch, dass nur ein kleiner Teil der Pferde mit Zugang zu Eicheln überhaupt erkrankt. In manchen Jahren sind es mehr Fälle als in anderen. Die Klinik sieht naturgemäß nur die Pferde, die schon Beschwerden haben.
Ähnliches gilt für gärendes Fallobst. Große Mengen ungeeigneter Futtermittel wie Äpfel zählen zu den fütterungsbedingten Kolikursachen (Coenen und Vervuert 2019). Vorbeugen heißt hier vor allem, Heu und Boden sauber zu trennen und die Weide im Blick zu behalten.
Nasses Wetter, matschige Paddocks und kurze Tage bedeuten für viele Pferde weniger Bewegung. In der britischen Studie (Hillyer et al. 2002) war nicht das Trainingspensum der kritische Punkt, sondern vor allem die Änderung: Pferde, deren Bewegungsprogramm kurz zuvor umgestellt worden war, hatten ein rund neunfach höheres Kolikrisiko.
Regelmäßige Bewegung ohne Änderung war unauffällig. Ähnlich sah es bei der Haltung aus, dort stand eine kürzlich erhöhte Stundenzahl in der Box im Vordergrund.
Bewegung hält den Darm in Gang, nicht erst im Training. Schon mehrere Stunden Schritt über den Tag verteilt wirken anders als eine halbe Stunde Longe und 23 Stunden Box.
Kontrollierte Bewegung natürlich immer zusätzlich zu freiem Auslauf auf Paddock oder Weide.
Nicht jedes Pferd reagiert gleich auf die Umstellung. In der britischen Fall-Kontroll-Studie (Hillyer et al. 2002) stachen einige Gruppen deutlich heraus. Die meisten davon sind im Herbst ohnehin Thema:
Auch Senioren solltem im Herbst und Winter im Auge behalten werden: Sie kauen schlechter, trinken oft weniger und frieren schneller, drei Dinge, die im Winter zusammenkommen.
Die Umstellung im Herbst betrifft nicht nur den Darm. Wenn aus zwölf (oder 20) Stunden Gras zwei Heumahlzeiten werden, entstehen häufig zu lange Fresspausen. Das Pferd produziert durchgehen Magensäure, aber nur beim Kauen Speichel, der diese Magensäure abpuffert.
Das Konsenspapier der europäischen Pferdeinternisten (ECEIM) nennt Raufutterpausen von mehr als sechs Stunden deshalb als Risikofaktor für Magengeschwüre. Für magenempfindliche Pferde empfehlen wir, gar nicht erst in diese Nähe zu kommen. Höchstens vier Stunden ohne Raufutter, besser zwei oder gleich frei verfügbar, wenn das Pferd nicht zu Übergewicht neigt.
Die deutschen Leitlinien zur Pferdehaltung sehen das ähnlich, dort steht, dass Fresspausen möglichst nicht länger als vier Stunden dauern und Raufutter an mindestens zwölf Stunden am Tag angeboten werden sollte.
Dazu kommt der Stress der Umstellungszeit: neue Gruppen auf kleinen Paddocks, Gerangel an der Raufe, ein neuer Boxennachbar oder sogar ein Umzug in eine komplett neue Umgebung. Mehr dazu: Einfluss von Struktur und Routine auf die Magengesundheit.
Kolik und Magengeschwür sind zwei verschiedene Dinge, können sich aber gegenseitig beeinflussen. Mehr zum Thema:
Wenn dein Pferd einen empfindlichen Magen hat, kann ein Säurepuffer die Fütterung ergänzen. Equine 74 Gastric ist ein Ergänzungsfuttermittel, das fütterungs- und stressbedingte überschüssige Magensäure aufnimmt, statt sie zu blockieren.
Eine Kolik ist immer ein Notfall. Wenn dein Pferd scharrt, sich immer wieder hinlegt und wälzt, sich nach dem Bauch umschaut, keinen Kot mehr absetzt oder das Futter verweigert oder sonstige Kolikanzeichen zeigt, ruf sofort deinen Tierarzt an. Warte nicht ab, ob es von selbst besser wird. Selbst leichte Koliken können eine ganz eigene Dynamik entwickeln und in kurzer Zeit zum absoluten Notfall werden. Lieber einmal zu viel den Tierarzt rufen als einmal zu wenig.
Gibt es Kolikwetter beim Pferd?
Ein direkter Zusammenhang zwischen Wetter und Kolik ist nicht belegt. Die größte Studie zum Luftdruck fand keinen Zusammenhang. Was sich mit dem Wetter ändert, erhöht das Risiko aber sehr wohl: mehr Boxenzeit, weniger Bewegung, neues Heu, weniger Wasser.
Warum haben Pferde im Herbst häufiger Kolik?
Im Herbst ändern sich Haltung und Fütterung gleichzeitig. Pferde stehen länger in der Box, bewegen sich weniger, bekommen neues Heu und trinken oft weniger. Studien verbinden diese Faktoren mit einem höheren Kolikrisiko.
Wie stelle ich mein Pferd im Herbst richtig von Weide auf Heu um?
Schrittweise. Die Weidezeit über zwei bis drei Wochen verkürzen, Heu schon auf der Weide anbieten und eine neue Heucharge über drei bis fünf Tage untermischen. Je weniger Umstellungen gleichzeitig, desto besser.
Wie bringe ich mein Pferd dazu, im Winter mehr zu trinken?
Prüfe zuerst, ob die Tränke einwandfrei läuft und nicht eingefroren ist. Biete zusätzlich angewärmtes Wasser im Eimer an, stell Salz bereit und füttere nasses Futter wie eingeweichte Heucobs. Wenn dein Pferd deutlich weniger trinkt als sonst, sprich mit deinem Tierarzt.
Welche Pferde haben im Herbst das höchste Kolikrisiko?
Pferde mit einer Kolik in der Vorgeschichte, Kopper, Pferde, die gerade transportiert wurden oder neu im Stall sind, Pferde mit Zahnproblemen und solche, die viele Stunden am Stück in der Box stehen. Senioren gehören häufig dazu, weil sie schlechter kauen und oft weniger trinken
Kann Ergänzungsfutter eine Kolik verhindern?
Nein. Kein Ergänzungsfutter allein verhindert eine Kolik. Die wirksamsten Maßnahmen sind langsame Umstellungen, genug Raufutter, ausreichend Wasser und tägliche Bewegung.
Auf unserer Themenseite findest Du viele weitere Informationen und Links zum Thema Kolik beim Pferd. Auch die Möglichkeiten hinsichtlich Prävention von Koliken bei Pferden werden hier beschrieben.
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