Stress trägt neben einer nicht an die Physiologie des Magens angepassten Fütterung entscheidend zur Entstehung von Magengeschwüren bei. Daraus folgt natürlich, dass die Reduktion stressiger Situationen eine große Rolle bei der Prävention spielt und damit gleichzeitig das Wohlbefinden des Tieres fördert. Eine genauere Betrachtung dieses Aspektes ist also zwingend notwendig. Eingangs wurden schon einige potentielle Stressoren aufgezählt. Pferde sind soziale Tiere und schließen Freundschaften. Kommt es dann durch Umzüge oder Verkauf zur Trennung, ist das ein potenzieller Stressfaktor. In diesem Zusammenhang kann auch das Gegenteil zum Problem werden, wenn Pferde zusammenleben müssen, die sich nicht mögen, statt sich einfach - wie in freier Wildbahn - aus dem Weg zu gehen.


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Wir müssen also die natürlichen
Verhaltensweisen und -charakteristiken der Pferde kennen und diese berücksichtigen. Animal Handling sowie Horsemanship sind im englisch-sprachigen Raum gängige Begriffe, mit deren Hilfe sich problemlos Empfehlungen zum möglichst stressfreien Umgang mit Pferden finden lassen. Ein entsprechendes Beispiel sind die Richtlinien der Alberta Farm Animal Care Association (afac.ab.ca) und der Alberta Equestrian Federation oder auch „Techniques for Safely Handling Horses“ der Oklahoma State University.

5 Dinge, die man im Umgang mit Pferden berücksichtigen sollte:

1. Pferde sind Fluchttiere. In einer Panik-Situation sind selbst gut trainierte Tiere kaum noch zu kontrollieren.

2. Ganz wichtig ist die Art und Weise wie ich mich einem Pferd nähere. Pferde      haben direkt vor ihrer Nase und direkt hinter sich Bereiche, die sie nicht direkt sehen können. Um ein Erschrecken zu vermeiden und damit auch          Verletzungen durch Umrennen oder Treten zu verhindern, ist ein seitliches        Nähern - am besten mit Fokus auf die Schulter - empfohlen.

3. Zu einem stressfreien Umgang mit Fluchttieren gehört auch die Vermeidung plötzlich auftretender lauter Geräusche - dazu zählt auch dein      Tonfall, wenn Du mit deinem Pferd interagierst. Vermeide es „laut zu werden“. Stattdessen solltest Du in ruhiger Sprache kommunizieren.  So weiß das Tier, wer sich da gerade in seinem Umfeld bewegt. Auch hektische Bewegungen seitens jener, die mit den Tieren arbeiten, sollten vermieden werden.

4. Pferde sind sehr berührungsempfindlich.

5. Sicherheit - Ziel des Horsemanship bzw. stressfreien Umgangs mit Pferden ist nicht nur die Vermeidung von Stress für das Tier, sondern auch insgesamt eine sichere Umgebung für Mensch und Tier. Das fängt schon bei der richtigen Positionierung an, siehe Punkt 2.

Das Gedächtnis deines Pferdes - wie Pferde Situationen wahrnehmen

Neben dem Ziel einer sicheren Umgebung für Mensch und Tier bedeutet ein stress-freier Umgang mit Pferden und Ponys auch darauf zu achten, dass die Tiere im Alltag positive Erfahrungen machen. Verbindet ein Pferd beispielsweise mit dem Verladen etwas Negatives, weil es angeschrien wird und Menschen im Umfeld hektisch umherlaufen, wirkt sich das auch auf das folgende Verladen negativ aus - sprich: das Pferd wird damit auch zukünftig immer Stress verbinden, wobei sich in die Erinnerung des Pferdes nicht nur die Situation einprägt, sondern auch Objekte.

Das Gedächtnis ist also sehr spezifisch - man könnte es sogar fotografisch nennen. Temple Grandin berichtet in ihren Vorträgen gerne von einem Pferd, das in seiner Vergangenheit von einem Menschen misshandelt wurde, der einen schwarzen Cowboy-Hut trug. Dieses spezifische Kleidungsstück hat sich in genau dieser schlimmen Situation in das Gedächtnis des Pferdes eingebrannt, weshalb das Tier auch später noch ängstlich reagiert, wenn völlig andere Menschen ebenfalls einen schwarzen Cowboy-Hut trugen. Helle Varianten oder Baseballcaps waren dagegen völlig unproblematisch für das Pferd und lösten keinerlei negative Reaktion aus.

Natürlich darf an dieser Stelle auch nicht der Hinweis fehlen, dass Pferde als typische Gewohnheitstiere einen geregelten Tagesablauf mit festen Zeiten brauchen. Wenig überraschend zählt für das Pferd die Futteraufnahme zu den wichtigsten Dingen des Tages. Hier lässt sich eine Menge Stress allein durch eine pünktliche Futter-Ausgabe zu gewohnter Zeit vermeiden. 

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