Equine 74 Blog

Warum sollte Magensäure beim Pferd nicht dauerhaft blockiert werden?

Geschrieben von Tanja Dietz | 15. Feb 2019

Immer häufiger erkranken Pferde an Magenschleimhautreizungen und Magengeschwüren. Die Hauptauslöser sind Fütterung, Stress und Langzeitgaben von Medikamenten. Betroffen sind nicht nur Sportpferde - auch unter Freizeitpferden und Fohlen sind Magenerkrankungen weit verbreitet.


Einsatz von Magensäureblockern beim Pferd

Zur ersten Behandlung werden in der Regel Protonenpumpenhemmer eingesetzt. Wie der Name verrät, hemmen sie die Protonenpumpen, welche sich in den Belegzellen in der Magenschleimhaut befinden. Diese Protonenpumpen tauschen Protonen (positiv geladene Wasserstoffionen) gegen Kaliumionen aus. Folglich entsteht ein saures Milieu im Magen. Die Magensäure ist nicht nur zur Verdauung der Nahrung notwendig, sondern tötet auch die mit der Nahrung aufgenommenen Keime und Bakterien ab.

Wird dem Pferd nun ein Protonenpumpenhemmer verabreicht, können die Protonenpumpen keine Protonen mehr in das Innere des Magen abgeben und es wird so die Bildung der Magensäure blockiert. Dies ist bei Pferden mit einer gereizten oder entzündeten Magenschleimhaut auch sinnvoll, da sich die Magenschleimhaut so wieder regenerieren kann. Jedoch sollte die Medikamentengabe nicht länger als notwendig erfolgen, da zum einen das Futter schlechter verdaut werden kann und zum anderen der Magen bzw. der gesamte Verdauungstrakt anfälliger wird.

Magensäure ist wichtig für eine gesunde Verdauung 

Da Keime und Bakterien nicht mehr im Magen abgetötet werden, gelangen diese nun in den Darm, wodurch die Darmbakterien aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Eine gestörte Darmflora kann Folgen, wie zum Beispiel Darmentzündungen, eine Schwächung des Immunsystems und folglich Allergien, haben. Zusätzlich ist Magensäure auch erforderlich für die Abspaltung von Vitamin B12 aus Nahrungsproteinen. Protonenpumpenhemmer können also zu einem B12-Mangel führen.

Fazit zu Magensäureblockern

Zusammenfassend kann man sagen, dass Protonenpumpenhemmer zur ersten Behandlung von Magenschleimhautentzündungen sehr wirksam sind, jedoch nicht zu lange eingesetzt werden sollten, um Folgen, wie Darmerkrankungen, eine schlechte Futterverwertung und einen Vitamin B12-Mangel zu vermeiden.

Mehr zum Thema 

Auf unserer Themenseite findest Du viele weitere Informationen und Links zum Thema Magengeschwür beim Pferd. Auch die Möglichkeiten hinsichtlich Prävention von Magengeschwüren bei Pferden werden hier beschrieben. 

Magengeschwüre beim Pferd – Vorstellung der wichtigsten Fakten und Informationen zu Symptomen, Ursachen und Prävention von Magengeschwüren beim Pferd.