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PSSM beim Pferd: Typen, Symptome, Diagnose & Fütterung

Geschrieben von Equine 74 | 27. Mai 2026

Bei kaum einer Diagnose kursieren so viele widersprüchliche Empfehlungen wie bei PSSM: Tests, die wenig aussagen, Fütterungsregeln ohne Studienbasis und eine Vermischung von Typ 1 und Typ 2, die mehr verwirrt als hilft. In diesem Artikel ordnen wir den aktuellen Forschungsstand ein und zeigen, worauf es im Alltag zwischen Tierarzt, Trog und Bewegungsplan wirklich ankommt.

 

Kurz und knapp
  • PSSM (Polysaccharid-Speicher-Myopathie) ist eine Muskelerkrankung mit zwei grundverschiedenen Typen. Dieser Unterschied entscheidet über Diagnose und Umgang.
  • PSSM Typ 1 ist genetisch eindeutig (GYS1-Mutation) und über einen validierten Gentest sicher nachweisbar.
  • PSSM Typ 2 / MIM ist ein Sammelbegriff ohne abschließend geklärte Ursache. Kommerzielle „P-Varianten"-Gentests sind wissenschaftlich nicht validiert. Gesicherte Diagnostik liefert hier die Muskelbiopsie.
  • PSSM-Symptome und Magengeschwüre (EGUS) überlappen stark und können sich gegenseitig hochschaukeln: Schmerz → Stress → Magen → noch mehr Stress.
  • Die Fütterung ist zucker- und stärkearm, mit hochwertigem Raufutter als Basis und Fett statt Getreide als Energiequelle.
  • Regelmäßige, moderate Bewegung und Offenstallhaltung statt Box gehören zum Management dazu.
  • Bei einem akuten Schub gilt: Pferd nicht bewegen und sofort den Tierarzt rufen.

Inhaltsübersicht

Was ist PSSM beim Pferd?

Wenn beim eigenen Pferd der Verdacht auf PSSM im Raum steht, ist das für viele Besitzer erst einmal ein Schreck. Die Abkürzung steht für Polysaccharid-Speicher-Myopathie (englisch: polysaccharide storage myopathy), eine Muskelerkrankung, bei der der Zuckerstoffwechsel der Skelettmuskulatur gestört ist. Vereinfacht gesagt lagert die Muskulatur Zucker in Form von Glykogen und, je nach Typ, auch als abnormale Polysaccharide ein, statt ihn normal zu verwerten.

PSSM wird in zwei grundlegend verschiedene Typen unterteilt: PSSM Typ 1 ist genetisch eindeutig definiert und über einen validierten Test nachweisbar. PSSM Typ 2, im deutschsprachigen Raum meist Muskel-Integritäts-Myopathie (MIM) genannt, ist dagegen ein Sammelbegriff, dessen Ursachen wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt sind.

Beide Typen können ähnliche Symptome zeigen (darunter Muskelsteifheit, Leistungsabfall, Muskelzittern), sind medizinisch aber sehr unterschiedliche Erkrankungen.

Dieser Artikel ordnet beide Typen nach aktuellem Forschungsstand ein, zeigt, warum manche Gentests mit Vorsicht zu betrachten sind, und erklärt einen oft übersehenen Zusammenhang: den Teufelskreis aus PSSM, Stress und Magengeschwüren.

PSSM Typ 1: Genetisch klar definiert

PSSM Typ 1 ist der wissenschaftlich am besten erforschte Teil dieser Muskelerkrankung. Hier ist die Ursache eindeutig geklärt, das macht den Umgang mit diesem Typ vergleichsweise klar.

GYS1-Mutation und Glykogen-Stoffwechsel

PSSM Typ 1 wird durch eine einzelne Genmutation ausgelöst: eine sogenannte Missense-Mutation (R309H) im GYS1-Gen. Dieses Gen enthält den Bauplan für die Glykogen-Synthase 1, also das Enzym, das in der Skelettmuskulatur Zuckerbausteine zu Glykogen zusammensetzt, der Speicherform von Zucker im Muskel. Beschrieben wurde sie 2008 von der Forschungsgruppe um McCue und Valberg.

Es ist eine Gain-of-function-Mutation: Das Enzym arbeitet dauerhaft zu aktiv. Die Muskelzellen lagern dadurch übermäßig viel Glykogen und zusätzlich abnormale, schlecht verwertbare Polysaccharide ein. Das stört den Energiestoffwechsel der Muskulatur und führt vor allem unter Belastung zu den typischen Beschwerden.

Vererbung von PSSM 1

PSSM Typ 1 wird autosomal-dominant vererbt: Schon ein einziges betroffenes Allel reicht aus, damit ein Pferd die Veranlagung trägt. Ein Einzelträger (N/PSSM1) gibt die Mutation zu 50 Prozent weiter, ein Doppelträger (PSSM1/PSSM1) zu 100 Prozent.

Doppelträger zeigen tendenziell schwerere Symptome als Einzelträger. Die Mutation ist außerdem „identical by descent": Sie geht in vielen Rassen weltweit auf einen gemeinsamen Vorfahren zurück. Das erklärt die Vielfalt der betroffenen Pferdetypen.

Betroffene Rassen

Die GYS1-Mutation findet sich in zahlreichen Pferderassen. Besonders häufig betroffen sind robuste, muskulöse Rassen: Quarter Horses und Paint Horses sowie viele Kaltblüter. Auch unter Warmblutpferden kommt PSSM Typ 1 vor, dort allerdings seltener.

Wichtig ist: Die Rassezugehörigkeit ist nur ein Hinweis, keine Diagnose. Ob ein Pferd die Mutation trägt, lässt sich über einen validierten Gentest sicher klären, unabhängig davon, ob es gerade Symptome zeigt. Wie der Test abläuft und was die Ergebnisse bedeuten, liest du im Abschnitt zur Diagnose.

PSSM Typ 2 und MIM: Was die Wissenschaft wirklich weiß

Bei PSSM Typ 2 wird es komplizierter, und hier kursieren im Pferdebereich die meisten Missverständnisse. So wissenschaftlich die Begriffe PSSM 2 und MIM auch klingen: Dahinter steht eben nur ein Sammelbegriff für auffällige Zucker-Einlagerungen im Muskelgewebe, keine eigenständige Erkrankung mit geklärter Ursache.

Was steckt hinter dem Sammelbegriff PSSM 2?

PSSM Typ 2, im deutschsprachigen Raum Muskel-Integritäts-Myopathie (MIM) genannt, ist kein einheitliches Krankheitsbild, sondern ein Sammelbegriff für histopathologisch auffällige Glykogen-Einlagerungen in der Muskulatur, allerdings ohne die GYS1-Mutation des Typs 1.

Anders gesagt: PSSM 2 / MIM beschreibt einen mikroskopischen Befund im Muskelgewebe, nicht eine einzelne, klar umrissene Ursache. Die Ursachen der MIM sind wissenschaftlich derzeit nicht abschließend geklärt; vermutlich stecken mehrere verschiedene Auslöser dahinter. 

Myofibrilläre Myopathie (MFM) – eigenständig oder Subtyp?

Lange unter PSSM Typ 2 eingeordnet wurde die myofibrilläre Myopathie (MFM). Heute gilt sie als eigenständige Erkrankung: Charakteristisch sind abnormale Desmin-Aggregate in der Muskulatur. Desmin ist ein Strukturprotein der Muskelfasern. Betroffen sind vor allem Araber und Warmblüter.

Wichtig für die Einordnung: Bei Quarter Horses mit einer PSSM-2-Diagnose findet sich diese MFM-typische Pathologie gerade nicht. MFM und PSSM 2 / MIM sind also nicht dasselbe, auch wenn die Begriffe in der Praxis oft vermischt werden.

Warum ein positiver P-Varianten-Test wenig aussagt

Viele Pferdebesitzer kommen mit PSSM 2 zum ersten Mal in Berührung, wenn ein Labor nach einem Haar- oder Bluttest ein „positives" Ergebnis meldet. Vorweg das Wichtigste, weil dieser Befund viel unnötige Sorge bereitet: Ein positives P-Varianten-Ergebnis bedeutet nicht, dass dein Pferd krank ist, und auch nicht, dass es zwangsläufig krank wird.

Anders als bei PSSM Typ 1 gibt es für PSSM Typ 2 derzeit keinen wissenschaftlich validierten Gentest. Kommerziell angeboten werden trotzdem Tests auf sogenannte „P-Varianten" mit Namen wie P2, P3, P4, P8, Px oder K1. Das klingt nach einer klaren genetischen Diagnose, ist es aber nicht: Die Forschungsgruppe um Prof. Stephanie Valberg (Michigan State University) konnte zeigen, dass diese Tests nicht unabhängig validiert sind und nicht mit dem tatsächlichen Befund im Muskelgewebe übereinstimmen (Valberg et al. 2021).

Warum diese Varianten so wenig aussagen, wird an einer Beobachtung besonders anschaulich: Sie kommen nicht nur bei Pferden mit Muskelproblemen vor, sondern genauso bei kerngesunden Pferden. Rund 57 Prozent völlig gesunder Quarter Horses tragen mindestens eine P-Variante. Sie finden sich auch in frühen domestizierten Pferden (vor 400 - 5000 Jahren), und die P2-Variante sogar im Przewalski-Pferd, dem letzten echten Wildpferd, das nie vom Menschen auf Leistung gezüchtet wurde. Eine genetische Variante, die im Wildpferd genauso steckt wie im gesunden Sportpferd, taugt kaum als Erklärung für eine Muskelerkrankung; sie gehört vielmehr zur ganz normalen genetischen Vielfalt des Pferdes.

Eine Folgestudie bei Quarter Horses bestätigte dieses Bild: Ein „positives" P-Varianten-Ergebnis erlaubt keine zuverlässige Aussage darüber, ob ein Pferd PSSM 2 / MIM oder MFM hat (Valberg et al. 2022). Der Test misst durchaus etwas, nur eben nicht das, was sich Besitzer von ihm erhoffen.

PSSM 2 ist heute eine histopathologische Diagnose (eine Diagnose, die auf der mikroskopischen Untersuchung einer Muskel-Gewebeprobe beruht) und keine genetische Erkrankung mit nachgewiesener Ursache.

Praktisch heißt das für dich: Ein positiver P-Varianten-Befund allein ist kein Grund zur Panik und keine gesicherte Diagnose. Entscheidend ist nicht das Testergebnis, sondern ob dein Pferd wirklich Beschwerden zeigt. Ist das der Fall, gehört die Abklärung in die Hände eines erfahrenen Tierarztes: über Anamnese, klinische Untersuchung, die Muskelenzyme im Blut und, nach Ausschluss von PSSM 1, eine Muskelbiopsie.

 

Symptome von PSSM beim Pferd

Die Symptome von PSSM zeigen sich fast immer an der Muskulatur, und sie reichen von kaum merklich bis dramatisch. Dieser Abschnitt erklärt den Schweregrad der Schübe, die Unterschiede zwischen PSSM 1 und 2 und die Abgrenzung von Differenzialdiagnosen wie Magengeschwüren.

Leichte, mittelschwere und schwere Schübe

Die Symptome eines PSSM-Schubs treten unterschiedlich stark auf. Bei einem leichten Schub wirkt das Pferd steif, geht ungern vorwärts und zeigt Leistungsabfall oder Triebigkeit; das sind Anzeichen, die leicht als Unlust oder Trainingsproblem fehlgedeutet werden.

Bei einem mittelschweren Schub kommen deutliche Muskelsteifheit, Muskelzittern und starkes Schwitzen hinzu, oft schon nach kurzer Belastung. Ein schwerer, akuter PSSM-Schub ist ein Notfall: Das Pferd leidet unter extremen Muskelschmerzen, die Hinterhand wird kraftlos, es zittert stark und mag sich kaum noch bewegen. Bei PSSM Typ 1 kann sich der Urin dunkelrot bis kaffeebraun verfärben. Das ist Myoglobin, der Muskelfarbstoff, der beim Absterben von Muskelzellen ins Blut und in den Urin gelangt. Ein akuter PSSM-Schub gehört sofort in tierärztliche Hand.

Symptome bei PSSM 1 vs. PSSM 2

Die Symptome von PSSM Typ 1 und PSSM Typ 2 / MIM überschneiden sich stark: Muskelsteifheit, Leistungsabfall und Muskelschmerzen treten bei beiden auf. Unterschiede gibt es eher im Muster: PSSM Typ 1 zeigt sich häufig als belastungsabhängige Symptomatik mit klar abgrenzbaren Schüben. Bei PSSM Typ 2 / MIM beschreiben Halter dagegen oft wechselnde Lahmheiten, ein diffuses, unwilliges Verhalten und einen schleichenden Leistungsabfall; die Symptome treten typischerweise erstmals im Alter von etwa sieben bis zehn Jahren auf.

Allein an den Symptomen lassen sich die beiden Typen aber nicht sicher unterscheiden. Dafür braucht es die Diagnostik: den Gentest bei Verdacht auf Typ 1, die Muskelbiopsie bei Verdacht auf MIM.

Differenzialdiagnose zu Magengeschwüren

Eine Tücke bei PSSM: Die Symptome ähneln denen anderer Erkrankungen, auch denen von Magengeschwüren (EGUS). Bewegungsunlust, Rückenverspannung, Leistungsabfall, leichte Koliken und Verhaltensänderungen treten bei beiden auf.

Deshalb ist eine saubere Differenzialdiagnose durch den Tierarzt notwendig, bevor man sich festlegt. Wie eng PSSM und Magengeschwüre zusammenhängen und warum sie sich gegenseitig verstärken, ist das Thema des nächsten Abschnitts.

Der Teufelskreis: PSSM, Stress und Magengeschwüre

Ein Aspekt von PSSM wird selten mitgedacht, ist für das Wohlbefinden des Pferdes aber zentral: der enge Zusammenhang mit der Magengesundheit. PSSM und Magengeschwüre (fachlich Equine Gastric Ulcer Syndrome, kurz EGUS) können sich gegenseitig hochschaukeln.

Der Ausgangspunkt ist der Stress. Chronischer Stress und anhaltende muskuloskelettale Schmerzen gelten als etablierte Risikofaktoren für Magengeschwüre beim Pferd (Sykes et al. 2015). Ein Pferd mit PSSM hat genau das: wiederkehrende Muskelschmerzen und Anstrengungsmyopathien, die den Körper unter Dauerstress setzen. Der dadurch erhöhte Cortisolspiegel verändert die Balance zwischen Magensäure und den Schutzmechanismen der Magenschleimhaut und erhöht so das Risiko für EGUS.

Dazu kommt eine Besonderheit: Der Pferdemagen produziert kontinuierlich Magensäure, anders als der menschliche Magen. Bleibt der Magen leer oder steht das Pferd unter Stress, fehlt der puffernde Effekt von Raufutter und Speichel. Als etablierte Risikofaktoren für EGUS gelten deshalb Stress, die Gabe von Schmerzmitteln (NSAID, etwa bei PSSM-bedingten Schmerzen), Fresspausen von mehr als vier Stunden sowie eine stärke- und zuckerreiche Fütterung (Luthersson et al. 2009).

Daraus entsteht ein Teufelskreis: Muskelschmerzen führen zu Stress, Stress erhöht das Risiko für Magengeschwüre, Magenschmerzen bedeuten zusätzlichen Stress, und dieser Stress steigert wiederum den Muskeltonus, was die PSSM-Symptomatik verstärken kann. Jeder Schritt dieser Kette ist gut belegt; dass sie sich beim einzelnen Pferd zur Schleife schließt, ist die plausible, klinisch nachvollziehbare Konsequenz.

Die praktische Lehre: Bei jedem PSSM-Pferd sollte der Magen mitbetrachtet werden. Ein langfristig stabiler Magen kann helfen, den Kreislauf an einer Stelle zu unterbrechen; er ersetzt aber keine ursächliche Behandlung der PSSM und keine tierärztliche Abklärung.

 

Equine 74 Gastric — Magensäure puffern statt blockieren

Equine 74 Gastric ist ein natürlicher Magensäurepuffer auf Basis kalzifizierter Meeresalge. Bei PSSM-Pferden, die durch Schmerz und Stress ein erhöhtes Risiko für Magengeschwüre tragen, kann ein langfristig eingesetzter Säurepuffer einen Versuch wert sein, um den Magen zu unterstützen und den Teufelskreis aus Schmerz, Stress und Magenreizung an einer Stelle zu entlasten.

Er ersetzt keine tierärztliche Diagnose und keine ursächliche Behandlung der PSSM. → Was ist Equine 74 Gastric

Das Endocannabinoid-System beim Pferd: Was wir wissen – und was nicht

Rund um Beweglichkeit und Muskelgesundheit beim Pferd taucht zunehmend ein weiteres Thema auf: das Endocannabinoid-System (ECS). Weil dazu viel Halbwissen kursiert, hier eine nüchterne Einordnung, mit klarer Trennung zwischen dem, was belegt ist, und dem, was nicht.

Das ECS ist ein körpereigenes Regulationssystem. Es besteht aus Rezeptoren (vor allem CB1 und CB2), körpereigenen Botenstoffen (Anandamid und 2-AG) sowie Enzymen, die diese Botenstoffe auf- und abbauen. Seine Aufgabe ist die Feinregulation von Prozessen wie Schmerzempfinden, Entzündung, Stressantwort und Energiestoffwechsel.

Was hat dieses System mit PSSM zu tun? Beim Menschen und bei anderen Säugetieren reguliert das ECS genau die Prozesse mit, die auch bei PSSM eine Rolle spielen. In der Skelettmuskulatur ist es an der Steuerung des Energie- und Zuckerstoffwechsels beteiligt, an Entzündungsprozessen und an der Schmerzverarbeitung, und es reagiert auf körperliche Belastung (Schönke et al. 2020, Tantimonaco et al. 2014). Das sind genau die Stellschrauben (gestörter Zuckerstoffwechsel, Belastungsabhängigkeit, Muskelschmerz), die das Krankheitsbild PSSM prägen.

Dass diese Erkenntnisse für das Pferd grundsätzlich relevant sein können, hat einen einfachen Grund: Das ECS ist ein evolutionär altes Regulationssystem, das alle Säugetiere besitzen, auch das Pferd. Beim Pferd ist es bereits in mehreren Geweben nachgewiesen: im Darm (Galiazzo et al. 2021), in der Haut (Kupczyk et al. 2022) und in der Gelenkkapsel (Miagkoff et al. 2023). In der Gelenkkapsel steigt die Rezeptordichte mit zunehmender Entzündung, ein Hinweis darauf, dass das ECS des Pferdes auf Entzündungs- und Schmerzprozesse anspricht, ähnlich wie bei anderen Spezies. Das Pferd hat dieses System also; offen ist, wie es speziell in seiner Skelettmuskulatur arbeitet.

Hier endet momentan leider das gesicherte Wissen. Direkte Studien zu ECS und PSSM gibt es derzeit nicht, und auch zur Rolle des ECS in der equinen Skelettmuskulatur liegen bislang keine peer-reviewed Studien vor. Die Übertragung der bei anderen Spezies gewonnenen Erkenntnisse auf PSSM-Pferde ist deshalb zwar plausibel, aber wissenschaftlich nicht belegt.

Ein konkreter Berührungspunkt ist dagegen biochemisch gesichert: Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren dienen dem Körper als Vorläufer, aus denen er seine eigenen Endocannabinoide bildet. Für PSSM ist das relevant, weil die empfohlene Fütterung ohnehin auf Fett statt Stärke setzt (mehr dazu im Abschnitt zur Fütterung).

Entscheidend ist allerdings, welches Fett im Trog landet: Fettreich heißt nicht automatisch reich an Omega-3 und Omega-6. Leinöl liefert reichlich Omega-3-Fettsäuren und gilt deshalb als erste Wahl fürs Pferd; Sonnenblumen-, Mais- oder Sojaöl sind dagegen stark omega-6-betont, und gesättigte Energiefette wie Kokosfett liefern kaum Omega-3 oder Omega-6. Eine fettbetonte Ration aus hochwertigen, omega-3-reichen Quellen liefert damit zugleich die Bausteine für die körpereigene Endocannabinoid-Synthese. Ein Wirkversprechen für PSSM lässt sich daraus nicht ableiten, wohl aber die Einordnung, dass eine gut gewählte fettbetonte Ration und das ECS dieselbe nährstoffliche Grundlage teilen.

 

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Equine 74® Core Connect basiert auf einem einzigen Rohstoff: fermentierten Bio-Hanfsamen. Ziel der schonenden, vierjährigen Fermentation aus Hanfsamen, Wasser und Wärme ist es, dem Pferd bioverfügbare Bausteine in konzentrierter Form bereitzustellen, um das ECS gezielt zu unterstützen und in Balance zu bringen.

Empfohlen für Freizeitpferde sowie Sportpferde in der turnierfreien Zeit. Eine spezifische Wirkung bei PSSM ist wissenschaftlich nicht belegt; Core Connect ist ein Ergänzungsfutter, kein Mittel gegen die Erkrankung.

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Diagnose von PSSM

Die Diagnose von PSSM hängt stark davon ab, welcher Typ vermutet wird. Hier trennen sich die Wege deutlich. Drei Bausteine sind zentral: der Gentest, die Muskelbiopsie und die Blutuntersuchung.

Gentest bei PSSM 1

Für PSSM Typ 1 gibt es einen validierten Gentest. Er wird aus Blut oder Haarwurzeln durchgeführt und braucht keinen akuten Schub; das Ergebnis ist jederzeit aussagekräftig. Der Test zeigt eindeutig, ob das Pferd kein betroffenes Allel trägt (N/N), Einzelträger ist (N/PSSM1) oder Doppelträger (PSSM1/PSSM1). Damit ist PSSM Typ 1 die einzige Form, die sich genetisch sicher bestätigen oder ausschließen lässt.

Muskelbiopsie bei PSSM 2

Für PSSM Typ 2 / MIM gibt es keinen validierten Gentest. Die kommerziellen P-Varianten-Tests sind dafür nicht geeignet. Die gesicherte Diagnose einer MIM erfolgt über die Muskelbiopsie.

Dabei entnimmt der Tierarzt eine kleine Gewebeprobe aus der Muskulatur, meist aus der Hinterhand. Sie wird in einem Speziallabor in feine Scheiben geschnitten, eingefärbt und unter dem Mikroskop untersucht. Anhand spezieller Färbungen (zum Beispiel der PAS-Färbung) erkennt der Pathologe, ob abnormale Glykogen- oder Polysaccharid-Einlagerungen in den Muskelfasern vorliegen. Dieses Verfahren nennt man histopathologische Untersuchung; bei Verdacht auf PSSM 2 / MIM ist sie derzeit der Goldstandard. Für aussagekräftige Ergebnisse wird die Probe idealerweise während eines akuten Schubs entnommen.

Blutuntersuchung (CK, AST)

Eine Blutuntersuchung ergänzt die Diagnostik. Im akuten PSSM-Schub sind die Muskelenzyme Creatinkinase (CK) und Aspartat-Aminotransferase (AST) im Blut erhöht, ein Hinweis auf einen aktiven Muskelzellschaden. Diese Werte allein liefern keine Typ-Diagnose, helfen aber, einen Schub zu bestätigen und den Verlauf zu beurteilen. Eine sorgfältige Anamnese und klinische Untersuchung durch den Tierarzt gehören in jedem Fall dazu.

Fütterung bei PSSM-Pferden

Die Fütterung ist beim Management von PSSM einer der wichtigsten Hebel, und einer der wenigen, die du als Halter direkt in der Hand hast. Das Grundprinzip ist bei PSSM 1 und PSSM 2 / MIM ähnlich.

Grundprinzipien: zucker- und stärkearm

Das oberste Fütterungsprinzip bei PSSM: wenig Zucker, wenig Stärke. Leicht verfügbare Kohlenhydrate treiben Blutzucker und Insulinausschüttung nach oben, also genau das, was der gestörte Zuckerstoffwechsel der Muskulatur schlecht verarbeiten kann. Getreide, Melasse und melassehaltige Müslis oder Mash gehören deshalb nicht in den Trog eines PSSM-Pferdes.

Ebenso wichtig ist der Fütterungsrhythmus: mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt statt weniger großer Mahlzeiten. Fresspausen von mehr als vier Stunden sollten vermieden werden; das hält den Glucosespiegel konstant und beugt gleichzeitig Magengeschwüren vor.

Heu, Weidegang und Raufutter

Hochwertiges Raufutter ist die Basis jeder PSSM-Ration. Beim Heu sollte der Gehalt an nicht-strukturellen Kohlenhydraten (NSC) idealerweise unter 10 Prozent liegen. Den tatsächlichen Zuckergehalt zeigt nur eine Futtermittelanalyse; bei PSSM-Pferden ist sie eine sinnvolle Investition.

Auch der Weidegang braucht eine differenzierte Betrachtung. Bewegung auf der Weide tut PSSM-Pferden gut, doch das Gras enthält je nach Jahreszeit, Wetter und Tageszeit unterschiedlich viel Zucker und Fruktan. Besonders hoch ist der Gehalt im Frühjahr und an sonnigen Tagen nach kalten Nächten. In solchen Phasen kann eine Fressbremse oder ein zeitlich begrenzter Weidegang sinnvoll sein. Wie du dein Pferd fruktanbewusst und schrittweise anweidest und woran du Risikotage erkennst, liest du in unserem Ratgeber zum richtigen Anweiden im Frühjahr.

Fett als Energielieferant

PSSM-Pferde, die zusätzliche Energie brauchen, bekommen diese am besten über Fett statt über Stärke. Fett liefert Energie, ohne den Zuckerstoffwechsel zu belasten. Bewährt hat sich Leinöl in einer Menge von rund 0,5–0,7 g pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, also etwa 250–400 ml für ein 500-kg-Pferd. Die Umstellung sollte langsam über zwei bis drei Wochen erfolgen, beginnend mit etwa 30 ml pro Tag.

Hochwertige Fettquellen haben dabei einen Doppelnutzen: Ihre Omega-Fettsäuren sind zugleich Vorläufer der körpereigenen Endocannabinoide. Damit schließt sich der Bogen zum ECS-Abschnitt.

Mineralstoffe, Vitamine und Aminosäuren

Eine zucker- und stärkearme Ration ist nicht automatisch bedarfsdeckend. Ergänzt werden sollten vor allem Vitamin E und Selen, die als Antioxidantien die Muskelzellen schützen, sowie die essenziellen Aminosäuren Lysin, Methionin und Threonin, also die Bausteine für hochwertiges Protein im Muskel. Auch Mineralstoffe wie Magnesium und Mangan gehören in eine ausgewogene PSSM-Ration. Welche Mengen das Einzelpferd genau benötigt, hängt von Ration, Arbeitspensum und Heuqualität ab; hier lohnt sich eine individuelle Futterrationsberechnung.

Calcium bei PSSM: Was die Evidenz sagt

Rund um die PSSM-Fütterung hält sich hartnäckig eine These: PSSM-Pferde dürften nur wenig Calcium aufnehmen. Wer in Pferdeforen oder bei manchen Futterberatern liest, stößt häufig darauf. Wissenschaftlich ist die Lage allerdings deutlich nüchterner. Ein kurzer Blick auf die Evidenzlage.

Die Standard-Reviews zur PSSM-Fütterung (Valberg-Gruppe, UC Davis, die jüngere PSSM-2-Diätstudie Borgia et al. 2018) führen Calcium nicht als zentralen Management-Hebel.

Die in Studien nachgewiesenen Hebel sind zucker- und stärkearme Ration, Fett-Anreicherung als Energiequelle, Vitamin E und Selen sowie regelmäßige Bewegung. Calcium wird in diesen Studien nicht einmal gemessen.

Wo die Behauptung wahrscheinlich herkommt: Calcium spielt in der Pferdemuskel-Forschung tatsächlich eine Rolle, allerdings bei einer anderen Muskelerkrankung, der Recurrent Exertional Rhabdomyolysis (RER). Bei RER ist die intrazelluläre Calcium-Regulation in der Muskelzelle gestört (Ward et al. 2000, Aldrich et al. 2021). RER und PSSM werden klinisch oft verwechselt, sind aber zwei verschiedene Erkrankungen mit unterschiedlichen Mechanismen. Die Calcium-Geschichte aus der RER-Forschung wird gelegentlich auf PSSM übertragen; biologisch trägt das nicht, weil die Mechanismen anders sind. Therapeutisch wird die RER-Calcium-Regulation übrigens mit dem Wirkstoff Dantrolen adressiert, nicht über die Futter-Zufuhr.

Eine zweite Quelle des Mythos ist die sogenannte „Px-Variante" der kommerziellen P-Varianten-Tests. Manche Futterberater empfehlen für Px-Pferde explizit eine Calcium-Restriktion. Wie weiter oben gezeigt, sind diese P-Varianten-Tests allerdings wissenschaftlich nicht validiert. Eine Calcium-Empfehlung, die auf einer Variante fußt, deren diagnostische Aussagekraft selbst umstritten ist, steht auf wackeligem Boden.

Spannender und in der Praxis viel relevanter ist das umgekehrte Risiko. Eine pauschale Calcium-Restriktion kann selbst zum Problem werden: Wenn ein Pferd dauerhaft zu wenig Calcium über das Futter bekommt, holt es sich das fehlende Calcium aus dem Knochen, wo über 99 Prozent des Körper-Calciums gespeichert sind. Auf Dauer entsteht eine Demineralisierung, die sich in unspezifischen Lahmheiten und Knochenproblemen zeigen kann. Das eigentliche Praxis-Problem ist deshalb nicht zu viel Calcium, sondern ein verzerrtes Calcium:Phosphor-Verhältnis. Klassische Übeltäter dafür sind phosphorreiche Komponenten, die in der „PSSM-Fütterung" gerne empfohlen werden, allen voran Reiskleie, die deutlich mehr Phosphor als Calcium enthält und damit das Verhältnis in der Gesamtration kippen kann.

Diese Einordnung wird auch aus der Praxis bestätigt. Im Equine-74-Podcast mit der Tierklinik Lüsche kommen Dr. Christine Fuchs und Futterberaterin Lea Riediger unabhängig zum selben Schluss: „Es gibt keine Studie, die sagt, dass man weniger Calcium füttern sollte. Im Gegenteil, man sollte wirklich darauf achten, dass dieses Calcium-Phosphor-Verhältnis stimmt", so Riediger im Gespräch.

Was du daraus mitnehmen kannst: Eine pauschale Calcium-Restriktion für alle PSSM-Pferde lässt sich wissenschaftlich nicht begründen und kann sogar schaden. Was sich dagegen für alle Pferde (und damit auch für dein PSSM-Pferd) bewährt hat: Calcium bedarfsdeckend, nicht im Übermaß, und ein ausgewogenes Calcium:Phosphor-Verhältnis in der Gesamtration, das laut Meyer & Coenen weder unter 1:1 noch über 3:1 liegen sollte. Bei einem 500-kg-Pferd in Erhaltung gibt Meyer & Coenen (2002) einen Bedarf von rund 25 g Calcium und 15 g Phosphor pro Tag an -das entspricht einem Verhältnis von etwa 1,7:1." 

Heu deckt den Calcium-Bedarf in der Regel; calciumreiche Komponenten wie Luzerne und phosphorreiche wie Reiskleie sollten beide mit Blick auf das Gesamt-Verhältnis dosiert werden.

Was PSSM-Pferde nicht fressen sollten

Die folgende Übersicht fasst zusammen, was sich in der Fütterung bewährt hat und was vermieden werden sollte:

Geeignet Nicht geeignet
Hochwertiges Heu (NSC möglichst unter 10 %) Getreide wie Hafer, Gerste, Mais
Leinöl und andere hochwertige Öle Melasse und melassehaltige Müslis
Eingeweichte, zuckerarme Heucobs Zuckerreiches Mash
Mineralfutter, Vitamin-E-/Selen-Ergänzung Zuckerreiche Leckerlis, große Mengen Obst
Essenzielle Aminosäuren (Lysin, Methionin, Threonin) Unbegrenzter Weidegang in zuckerreichen Phasen

Haltung, Bewegung und Training

Neben der Fütterung entscheidet vor allem das Bewegungs- und Haltungsmanagement darüber, wie gut ein PSSM-Pferd durch den Alltag kommt. Zwei Ziele stehen dabei im Vordergrund und hängen eng zusammen: viel gleichmäßige Bewegung über den Tag verteilt, und so wenig Stress wie möglich. Warum der Stress so zentral ist, hast du im Abschnitt zum Teufelskreis gelesen: Er treibt Muskeltonus und Magen gegenseitig hoch.

Haltung: viel Bewegung bei wenig Stress

Für die meisten PSSM-Pferde ist eine Haltung mit freier Bewegung rund um die Uhr ideal, klassischerweise der Offenstall oder eine Paddockbox mit angeschlossenem Auslauf. Kontinuierliche Bewegung hält den Stoffwechsel gleichmäßig in Gang und verhindert, dass die Muskulatur zwischen langem Stillstand und plötzlicher Belastung pendelt. Eine reine Boxenhaltung mit langen Stehzeiten wirkt gleich doppelt ungünstig: Der Bewegungsmangel bremst den Muskelstoffwechsel, und das Eingesperrtsein bedeutet für viele Pferde zusätzlichen Stress.

Ein Offenstall ist aber nicht automatisch für jedes Pferd die beste Lösung. Entscheidend ist nicht die Haltungsform an sich, sondern ob das einzelne Pferd darin wirklich zur Ruhe kommt. In jeder Herde wirken soziale Kräfte, und gerade sehr ranghohe und sehr rangniedrige Pferde kommen dabei oft am schwersten zur Ruhe. Ein ranghohes Pferd ist dabei weniger mit Rangkämpfen beschäftigt, übernimmt aber Verantwortung für die Gruppe: Es behält die Umgebung im Blick und passt auf, denn die Herde verlässt sich auf ihren Chef. Ein sehr rangniedriges Pferd wiederum wird von Futter- und Liegeplätzen verdrängt und kommt kaum zum Abschalten. Für beide kann die Gruppenhaltung mehr Stress bedeuten, als sie an Bewegung bringt, und damit genau den Faktor verstärken, den wir eigentlich kleinhalten wollen.

Der Maßstab ist deshalb immer das Pferd selbst: Frisst es entspannt, ruht es im Liegen, wirkt es insgesamt gelöst? Dann passt die Haltung. Zeigt es dagegen Daueranspannung, kommt nie zur Ruhe oder magert ab, sollte die Lösung überdacht werden, unabhängig davon, was als Goldstandard gilt. Möglich sind dann etwa eine kleine, harmonische Gruppe, großzügig bemessene Fress- und Ausweichplätze oder eine Paddockbox mit Sicht- und Sozialkontakt. Muss ein Pferd zeitweise ganz in der Box stehen, gehören feste Auslauf- und Bewegungsphasen verbindlich zum Tagesplan.

Training: was regelmäßige Bewegung bewirkt

Regelmäßige, moderate Bewegung ist beim PSSM-Pferd kein Beiwerk, sondern neben der Fütterung der zweite große Hebel. Und sie wirkt direkt dort, wo die Erkrankung sitzt. Ein kurzer Blick auf den Muskel macht klar, warum.

Bei PSSM ist der Zuckerstoffwechsel der Muskulatur gestört: Die Muskelzellen können den eingelagerten Zucker nicht normal in Energie umsetzen. Regelmäßige Bewegung hält den Energiestoffwechsel des Muskels in Gang und fordert die aerobe Energiegewinnung, also genau den Weg, den auch die fettbetonte Fütterung unterstützt. Gleichzeitig bleibt der Muskel in einem trainierten, an Belastung gewöhnten Zustand. Tägliche, gleichmäßige Bewegung gilt deshalb, zusammen mit der angepassten Fütterung, als ein Grundpfeiler des PSSM-Managements.

Das eigentliche Ziel dahinter: Die Muskulatur soll gar nicht erst zwischen den Extremen pendeln. Lange Stehtage gefolgt von voller Belastung sind für PSSM-Pferde besonders riskant: Dieser Wechsel aus Pause und plötzlicher Anstrengung ist einer der typischen Auslöser für einen Schub. Ein planbarer, ruhiger Alltag, in dem sich Bewegung und Belastung gleichmäßig verteilen, ist für ein PSSM-Pferd mehr wert als einzelne intensive Trainingseinheiten. Kontinuität schlägt Intensität.

Praktisch heißt das: gründlich aufwärmen (mindestens 10 bis 15 Minuten Schritt am langen Zügel, bevor mehr verlangt wird), Überanstrengung und abrupte Belastungsspitzen vermeiden und den Trainingsplan an die Tagesform anpassen, nicht umgekehrt.

Erste Hilfe bei akutem Schub

Zeigt ein Pferd die Anzeichen eines akuten PSSM-Schubs (starke Muskelsteifheit, Zittern, Schwitzen, kraftlose Hinterhand), gilt eine klare Regel: Das Pferd darf nicht bewegt werden. Bewegung verschlimmert in dieser Situation den Muskelschaden. Stattdessen sofort den Tierarzt kontaktieren, das Pferd mit einer Abschwitzdecke warmhalten und Wasser anbieten. Ein akuter Schub ist ein medizinischer Notfall.

Häufige Fragen

Vier Fragen tauchen rund um PSSM besonders häufig auf. Hier die kurzen, klaren Antworten.

Quellen

Die folgenden Quellen liegen den wissenschaftlichen Aussagen dieses Artikels zugrunde.

PSSM Typ 1 (GYS1):

  • McCue ME, Valberg SJ, Miller MB et al. (2008): Glycogen synthase (GYS1) mutation causes a novel skeletal muscle glycogenosis. Genomics. doi.org/10.1016/j.ygeno.2008.01.011
  • McCue ME, Valberg SJ, Lucio M et al. (2008): GYS1 mutation in diverse breeds with polysaccharide storage myopathy. J Vet Intern Med. doi.org/10.1111/j.1939-1676.2008.0167.x

PSSM Typ 2, MIM & MFM:

  • Valberg SJ, McKenzie EC, Eyrich LV et al. (2016): Suspected myofibrillar myopathy in Arabian horses with a history of exertional rhabdomyolysis. Equine Vet J 48(5):548–556.
  • Borgia L, Valberg SJ et al. (2018): Muscle glycogen concentrations and response to diet and exercise regimes in Warmblood horses with type 2 polysaccharide storage myopathy. (PMC6124783)
  • Valberg SJ, Williams ZJ, Finno CJ et al. (2021): Commercial genetic testing for type 2 polysaccharide storage myopathy and myofibrillar myopathy does not correspond to a histopathological diagnosis. Equine Vet J. doi.org/10.1111/evj.13345
  • Valberg SJ, Henry ML, Herrick KL, Velez-Irizarry D, Finno CJ, Petersen JL (2022): Absence of myofibrillar myopathy in Quarter Horses with a histopathological diagnosis of type 2 polysaccharide storage myopathy and lack of association with commercial genetic tests. Equine Vet J. doi.org/10.1111/evj.13574
  • UC Davis School of Veterinary Medicine, Center for Equine Health: Polysaccharide Storage Myopathy (PSSM).

Calcium-Regulation im Muskel und allgemeine Bedarfsnormen:

  • Ward TL, Valberg SJ, Gallant EM, Mickelson JR (2000): Calcium regulation by skeletal muscle membranes of horses with recurrent exertional rhabdomyolysis. Am J Vet Res 61(3):242–247. doi.org/10.2460/ajvr.2000.61.242
  • Aldrich K, Velez-Irizarry D, Fenger C, Schott M, Valberg SJ (2021): Pathways of calcium regulation, electron transport, and mitochondrial protein translation are molecular signatures of susceptibility to recurrent exertional rhabdomyolysis in Thoroughbred racehorses. PLOS One 16(2):e0244556. doi.org/10.1371/journal.pone.0244556
  • Meyer H, Coenen M (2002): Pferdefütterung. 4. Aufl. Parey Buchverlag im Blackwell Wissenschafts-Verlag, Berlin.
  • Equine 74 / Tierklinik Lüsche: Podcast-Gespräch mit Dr. Christine Fuchs und Lea Riediger zu PSSM und Calcium-Fütterung. Zum Podcast

Magengeschwüre (EGUS):

  • Sykes BW, Hewetson M, Hepburn RJ et al. (2015): ECEIM Consensus Statement – Equine Gastric Ulcer Syndrome in Adult Horses. J Vet Intern Med 29(5):1288–1299. doi.org/10.1111/jvim.13578
  • Luthersson N, Nielsen KH, Harris P, Parkin TD (2009): Risk factors associated with equine gastric ulceration syndrome in 201 horses in Denmark. Equine Vet J 41(7):625–630. doi.org/10.2746/042516409X441929
  • Murray MJ, Eichorn ES (1996): Effects of intermittent feed deprivation, intermittent feed deprivation with ranitidine, and stall confinement on gastric ulceration in horses. Am J Vet Res 57(11):1599–1603.

Endocannabinoid-System:

  • Galiazzo G, Tagliavia C, Giancola F et al. (2021): Localisation of Cannabinoid and Cannabinoid-Related Receptors in the Horse Ileum. J Equine Vet Sci. doi.org/10.1016/j.jevs.2021.103688
  • Kupczyk P, Rykala M, Serek P et al. (2022): The cannabinoid receptors system in horses: Tissue distribution and cellular identification in skin.J Vet Intern Med 36(4):1508–1524. doi.org/10.1111/jvim.16467
  • Miagkoff L, Girard CA, St-Jean G et al. (2023): Cannabinoid receptors are expressed in equine synovium and upregulated with synovitis.Equine Vet J. doi.org/10.1111/evj.13860
  • Schönke M, Martinez-Tellez B, Rensen PCN (2020): Role of the endocannabinoid system in the regulation of the skeletal muscle response to exercise. Curr Opin Pharmacol 52:52–60. doi.org/10.1016/j.coph.2020.05.003
  • Tantimonaco M, Ceci R, Sabatini S et al. (2014): Physical activity and the endocannabinoid system: an overview. Cell Mol Life Sci 71(14):2681–2698. doi.org/10.1007/s00018-014-1575-6

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